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Coronavirus in Deutschland : Zahl der Neuinfektionen steigt um 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche

  • Aktualisiert am

Besucher, die einen digitalen Coronatest mit negativem Ergebnis vorzeigen, dürfen in Ravensburg die Kontrolle am Eingang zum Club Kantine passieren. Bild: dpa

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland wieder stärker aus. Das Robert Koch-Institut meldet knapp 1000 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt, der R-Wert liegt erstmals seit April über 1.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 985 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.11 Uhr wiedergeben. Im Vergleich zur Vorwoche, als die Gesundheitsämter 808 Ansteckungen meldeten, sind die Infektionszahlen damit um knapp 22 Prozent gestiegen.

          Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,1 an (Vortag: 4,9; Vorwoche: 5,2). Am höchsten ist die Inzidenz in Bremen mit 8,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. In Hamburg und Hessen liegt der Wert bei 8,1. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz melden Sachsen-Anhalt (1,0), Mecklenburg-Vorpommern (1,2) und Sachsen (1,5). Die höchsten Inzidenzen weisen Eichsfeld in Thüringen sowie Frankfurt und Offenbach auf.

          Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 48 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 56 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.732.549 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

          Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.631.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.110.

          Erstmals seit April liegt die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl wieder über der Schwelle von 1. So gab das RKI den sogenannten 7-Tage-R-Wert mit 1,01 an (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Der R-Wert lag über viele Wochen deutlich unter 1, stieg aber zuletzt relativ kontinuierlich an. Experten zufolge könnte das an der Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante und an Lockerungen der Corona-Beschränkungen liegen.

          Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante lehnt Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) eine Aufhebung der Maskenpflicht in Innenräumen vorerst ab. „Auch eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Weitergabe des Virus“, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vorsichtsmaßnahmen, wie das Tragen einer Maske in Innenräumen, seien daher vorerst auch für geimpfte Personen sinnvoll. Der Ministerin zufolge sei es außerdem kaum praktikabel im öffentlichen Nahverkehr oder im Supermarkt zwischen geimpften und ungeimpften Personen zu unterscheiden.

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