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Coronavirus in Deutschland : Inzidenz erstmals seit neun Monaten einstellig

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Sommer, Sonne und sinkende Inzidenzen: Die Menschen in Deutschland atmen auf. Bild: dpa

Das Robert-Koch-Institut meldet einen Rückgang der bundesweiten Inzidenz auf 9,3. Die Kanzlerin mahnt derweil angesichts der aggressiveren Delta-Variante und mit Blick auf die Fußball-EM weiter zur Vorsicht.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1108 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstag hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1911 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 129 Tote. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.369 angegeben.

          Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 9,3 an. Sie fällt damit erstmals seit dem 13. September 2020 wieder in den einstelligen Bereich (Vortag: 10,3; Vorwoche: 18,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.721.139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.601.200 an.

          Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,70 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 70 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

          Kanzlerin Angela Merkel mahnte am Freitag jedoch angesichts der aggressiven Delta-Variante des Coronavirus zu großer Vorsicht bei der Fußball-EM. „Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14.000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist“, sagte die Kanzlerin vor einem gemeinsamen Abendessen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. Nach dem Abflauen der Corona-Pandemie war Macron der erste ausländische Gast der Kanzlerin in Berlin in diesem Jahr.

          Und während Reisen in weitere Urlaubsziele immer einfacher werden und jeder Zweite in Deutschland jetzt mindestens eine erste Impfung bekommen hat, warnen neben der Bundesregierung auch Wissenschaftler und Ärzte weiter für Vorsicht in der Pandemie. „Das kann ein guter Sommer werden“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Es gebe Anlass zur Zuversicht - vor allem, wenn alle aufmerksam blieben. Sorgen bereitet eine schnellere Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Auch das RKI mahnte, weiter auf Masken und Abstand zu achten.

          „Das Virus ist nicht verschwunden. Lassen Sie uns die Erfolge nicht leichtfertig verspielen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. „Lassen Sie uns auch die wiedergewonnene Freiheit erhalten, indem sich immer mehr Menschen vollständig impfen lassen.“

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