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Die wichtigsten Fragen : Das müssen Spanien-Urlauber jetzt wissen

Der Strand von Cala Major auf Mallorca Bild: dpa

Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für ganz Spanien ausgesprochen – doch es gibt eine Ausnahme. Und nach wie vor darf man auf eigenes Risiko reisen. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

          2 Min.

          Gilt die Reisewarnung für ganz Spanien?

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nein, eine Ausnahme gibt es: Urlauber mit dem Reiseziel Kanarische Inseln sind nicht davon betroffen. Dort hält sich die Zahl neuer Corona-Infektionen in Grenzen. Für das übrige Spanien, inklusive der bei den Deutschen so beliebten Ferieninsel Mallorca, gilt dagegen die Reisewarnung der Bundesregierung.

          Darf man jetzt gar nicht mehr nach Spanien reisen?

          Doch, aber auf eigenes Risiko. Touristen, die auf eigene Faust unterwegs sind, können sich weiter auf den Weg machen. Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben, müssen allerdings davon ausgehen, dass ihre Reise nun nicht mehr stattfindet. So hat beispielsweise der Reisekonzern TUI am Samstag alle Pauschalreisen nach Spanien bis einschließlich 24. August abgesagt – mit Ausnahme der Reisen auf die Kanarischen Inseln.

          Bekommen Urlauber ihr Geld zurück?

          Es kommt darauf an. Wer einen Pauschaltrip gebucht hat, kann vom Reiseveranstalter den kompletten Preis zurückverlangen, wenn die Reise abgesagt wurde. „Sie müssen weder eine Umbuchung noch einen Gutschein akzeptieren“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Bei Individualtouristen ist das anders: Sie sollten sich genau anschauen, was in den Buchungsbedingungen ihres Hotels oder ihrer Ferienwohnung festgehalten ist. Anders als bei Pauschalreisen müssen sie sich darauf einstellen, einen Teil der Ausgaben nicht zurückzuerhalten. Auf jeden Fall das Hotel kontaktieren!

          Was ist mit Spanien-Reisen, die erst in einigen Wochen stattfinden?

          So unangenehm das ist: Alle Fachleute raten hier zu Geduld. Der Verlauf der Corona-Pandemie zeigt, wie schnell sich die Lage ändern kann. Wer jetzt zum Beispiel seine für den Oktober geplante Reise storniert, muss mit Stornogebühren rechnen. Die Rücktrittsversicherung springt auch nicht ein, Reisewarnungen sind üblicherweise nicht versichert. Besser ist es, das Gespräch mit dem Veranstalter zu suchen.

          Was müssen Urlauber wissen, die sich derzeit in Spanien befinden?

          Auch hier gilt: Touristen, die ohne Reiseveranstalter unterwegs sind, müssen selbst prüfen, was sie an ihren Plänen gegebenenfalls ändern. Pauschalreisende können dagegen in der Regel wählen, ob sie abreisen oder bleiben möchten. So oder so können sie aber keinen Rückflug ihrer Wahl nehmen, sondern sollten den Rückflug akzeptieren, den ihr Reiseveranstalter für sie organisiert. TUI bittet alle Kunden, innerhalb der nächsten sieben Tage zurückzureisen.

          Wozu sind Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland verpflichtet?

          Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss sich auf Corona testen lassen. Das kann man frühestens 48 Stunden vor Abreise im Urlaubsland erledigen, allerdings auf eigene Kosten. Das Ergebnis muss auf Deutsch oder Englisch vorliegen. Bei der Ankunft in Deutschland können sich die Rückkehrer kostenlos am Flughafen testen lassen. Bis sie das Resultat erfahren, müssen sie sich zu Hause in Quarantäne begeben.

          Womit ist zu rechnen, wenn man jetzt eine Spanien-Reise bucht?

          Wer jetzt bucht, kann womöglich auf günstigere Preise hoffen. Er kann aber nicht behaupten, er sei nicht gewarnt gewesen. „Verbraucher, die jetzt buchen, weil sie davon ausgehen, dass es im Herbst nicht mehr so schlimm sein wird, können später nicht kostenfrei stornieren“, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Bremen. Sie hätten das Risiko schließlich in Kauf genommen.

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