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Schätzung des Reiseverbands : 30.000 deutsche Pauschalurlauber sind auf den Balearen

  • Aktualisiert am

Viele Urlauber auf den Balearen werden demnächst die Koffer packen. Bild: dpa

Die ersten Anbieter sagen wegen der offiziellen Reisewarnung für fast ganz Spanien Pauschalreisen ab. Gesundheitsminister Spahn sagt: „Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich.“

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          Derzeit weilen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Mit geschätzt mehr als 90 Prozent dürften die meisten von ihnen auf Mallorca Urlaub machen, sagte DRV-Sprecher Torsten Schäfer am Samstag der dpa. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten.

          Am Vorabend hatte die Bundesregierung ihre bisher für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Inselgruppe Balearen ausgedehnt. Ausgenommen sind allein die tief im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln. Zu den Balearen gehören neben der beliebten Urlaubsinsel Mallorca auch die kleineren Mittelmeerinseln Ibiza und Menorca.

          Nach Angaben des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen dorthin absagen. Das gehört zum Standardverfahren nach einer Reisewarnung, die zwar kein Reiseverbot bedeutet, aber Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht. Da das Auswärtige Amt wegen steigender Infektionszahlen vor nicht notwendigen touristischen Reisen in diese Regionen warne, müsse das Unternehmen „schweren Herzens“ alle Pauschalreisen ab sofort bis einschließlich 24. August absagen und stornieren, teilte Tui am Freitag auf seiner Website mit.

          Kunden, die bereits vor Ort seien, würden gebeten, binnen der nächsten sieben Tage zurückzureisen. Umbuchungen zu anderen Reisezielen seien möglich, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher am Freitagabend der dpa sagte. Aufgrund des veränderten Reise- und Sicherheitshinweises des Auswärtigen Amtes sei eine Weiterführung des Urlaubes in der betroffenen Urlaubsregion nicht möglich.

          Der Reiseanbieter DER Touristik sagte seine Spanien-Reisen bis zum 21. August ab, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von AFP mitteilte. Eine Ausnahme gelte für Reisen auf die Kanarischen Inseln. Am kommenden Dienstag werde das Unternehmen die Lage abermals bewerten.

          Für Reiserückkehrer bedeutet die offizielle Reisewarnung, dass sie sich nach der Wiedereinreise nach Deutschland für eine gewisse Zeit in Quarantäne begeben müssen, bis ein negativer Corona-Test vorliegt. Ausgenommen bleiben nur die Kanarischen Inseln.

          Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Für ganz Spanien gab das Gesundheitsministerium in Madrid diesen Wert am Freitag mit mehr als 58 für die vergangenen sieben Tage an. Auf den Balearen liege er sogar bei über 77. Über die Risikogebiete führt das RKI eine Liste, die fortlaufend aktualisiert wird. Sie umfasst derzeit etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den Vereinigten Staaten.

          Lesetipp: Für Spaniens Wirtschaft ist es eine schlechte Nachricht – das Land ist fatal abhängig von Touristen.

          Für Spanien und vor allem für Mallorca ist das ein weiterer schwerer Schlag. Allerdings war die Saison auch bisher schon katastrophal für die Tourismusbranche, die in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt und etwa 2,5 Millionen Menschen Arbeit bietet.

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