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Robert Koch-Institut : Portugal und Russland als Virusvariantengebiete eingestuft

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In der Hauptstadt Moskau waren nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin vor einer Woche schon fast 90 Prozent der Infektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Für ganz Russland gibt es keine offizielle Angabe. Einige Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass der Wert ähnlich hoch sein dürfte. In 18 von 85 Regionen ordneten die Behörden eine Impfpflicht für Angestellte zahlreicher Unternehmen an.

Für viele andere europäische Länder werden die Reisebeschränkungen weiter gelockert. Neben den Nachbarländern Niederlande, Dänemark und Luxemburg sind auch Lettland und Slowenien sowie einzelne Regionen in Schweden und Kroatien ab Sonntag keine Risikogebiete mehr. In der EU wird es damit abgesehen von Portugal kein Land mehr geben, das komplett in eine Risikokategorie eingestuft ist. Es stehen sonst nur noch einzelne Regionen in Irland, Kroatien, Schweden und Spanien auf der Liste der Risikogebiete. Hinzu kommen einzelne Überseegebiete Frankreichs. Die zum Königreich Niederlande gehörenden autonomen Karibikinseln Aruba und Sint Marteen werden ebenfalls noch in diese Kategorie eingeordnet.

Zu Risikogebieten erklärt die Bundesregierung Länder und Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz 50 übersteigt. Ab Sonntag gehören dazu auch das zentralafrikanische Ruanda und der Südseestaat Fidschi. Weltweit gibt es damit ab Sonntag noch rund 80 Länder, die in diese Kategorie fallen. Außerhalb Europas gibt es zudem 24 Hochinzidenzgebiete mit einem Inzidenzwert über 200. Für diese Länder gilt eine zehntägige Quarantänepflicht bei Einreise, die allerdings mit einem negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden kann. Für Genesene und vollständig Geimpfte gilt sie gar nicht.

Neue Einschränkungen in mehreren Ländern

Viele Länder, in denen sich Delta ausbreitet, führen neue Beschränkungen ein. Wegen zunehmender Neuinfektionen und aus Angst vor der ansteckenderen Virusvariante Delta führte Israel am Freitag die Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen wieder ein. In der australischen Metropole Sydney wurde für mehrere zentrale Stadtteile ein einwöchiger Corona-Lockdown verhängt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte die Deutschen erneut zur Vorsicht.

Auch Australien hat die Corona-Pandemie weitgehend eingedämmt, insbesondere mit Grenzschließungen und strengen Quarantäne-Regeln. Am Freitag verhängten die Behörden aber für mehrere zentrale Stadtteile Sydneys einen einwöchigen Lockdown. „Das soll sicherstellen, dass wir keine Übertragungsketten übersehen haben“, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Vergangene Woche war ein neuer Infektionsherd in der australischen Metropole aufgetreten; befürchtet wird eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante.

Ein Großteil der fünf Millionen Einwohner von Sydney durfte bereits seit Mittwoch die Stadt nicht mehr verlassen, um eine Verbreitung des Coronavirus in andere Gebiete zu verhindern. Die Regelung wurde bis nächsten Freitag verlängert. Der jüngste Ausbruch geht auf einen Fahrdienst zurück, der vor rund zwei Wochen die Besatzung eines Flugzeuges in ein Quarantäne-Hotel brachte. Die Behörden haben seither 65 Corona-Fälle registriert.

Die Delta-Variante macht auch dem pazifischen Inselstaat Fidschi zu schaffen. Binnen 24 Stunden seien in dem 930.000-Einwohner-Land 308 neue Corona-Fälle verzeichnet worden, sagte Gesundheitsminister James Fong am Donnerstagabend. Ein landesweiter Lockdown sei aber insbesondere in den dicht besiedelten Armenvierteln nicht durchsetzbar.

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