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Paris reagiert : Infektionszahlen in Frankreich weiterhin hoch

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Die einen tragen sie, die anderen nicht: In einer Fußgängerzone in Saint-Jean-de-Luz gehen die Passanten unterschiedlich mit dem Tragen von Masken um. Eine Maskenpflicht in belebten öffentlichen Bereichen könnte trotzdem kommen. Bild: dpa

Seit Wochen steigen in Frankreich die Neuinfektionen, der Sieben-Tage-Durchschnitt lag am Donnerstag erstmals wieder über 1000. Das Land reagiert nun – mit einer möglichen Ausweitung der Maskenpflicht.

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          In Frankreich ist die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden um 1346 gestiegen. Insgesamt seien damit seit Beginn der Pandemie 187.919 Ansteckungsfälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Bereits am Donnerstag vermeldete das Land, dass der Sieben-Tage-Durchschnitt erstmals seit der ersten Mai-Hälfte wieder über 1000 Neuinfektionen lag. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg in den vergangenen 24 Stunden um elf auf 30.265.

          Damit reiht sich Frankreich in einen weltweiten Trend ein: So verzeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag einen weiteren neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172.000. In Brasilien wurden mit 69.000 die meisten Fälle von allen Staaten gezählt. Danach folgen die Vereinigten Staaten mit 65.000 Neuinfektionen. Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Erkrankungen heraus. In Europa wurden 25.000 neue Infektionen registriert, davon mit 2800 viele in Spanien.

          Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt.

          Möglichkeit auf Maskenpflicht wird ausgedehnt

          Wegen der steigenden Infektionszahlen hat Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden nun auch mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzuschränken, könnten die Präfekturen nun die Maskenpflicht auf öffentliche Plätze ausdehnen, erklärte Gesundheitsminister Olivier Véran am Freitag. Diese Entscheidung könne vor Ort je nach Gesundheitslage getroffen werden.

          Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend. Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr Pflicht. Dazu zählen zum Beispiel Geschäfte, Restaurants und Behörden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen eine Corona-Schutzmaske tragen.

          Einige Städte – etwa in der Bretagne – hatten bereits eigenmächtig zuvor eine Maskenpflicht an der frischen Luft eingeführt. Andere Orte wie zum Beispiel die Hafenstadt Quiberon haben den Zugang zum Strand eingeschränkt. Abends und in der Nacht ist dieser nicht mehr zugänglich. Auf der Halbinsel in der Bretagne hatten Behörden zuletzt sehr viele Fälle identifiziert. Verantwortliche auch in anderen Badeorten wie Sables-d'Olonne oder Biarritz an der Atlantikküste hatten moniert, dass sich an den Stränden abends junge Menschen in großen Gruppen treffen würden.

          In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder leicht. Die Gesundheitsbehörden rufen immer wieder zur Vorsicht auf. Am der Seine in Paris, den Paris Plages, können sich Besucher zum Beispiel kostenlos mit einem Schnelltest auf Corona testen lassen.

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