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Österreich : Corona-Infizierte muss 1200 Euro für Spaziergang zahlen

  • Aktualisiert am

Auch der Besuch an einem Postschalter oder einer Abholstation ist während der Quarantäne in Österreich nicht erlaubt. (Symbolbild) Bild: dpa

Dieser Ausflug kommt sie teuer zu stehen: Weil sie sich nicht an ihre Quarantäneauflagen gehalten hat, ist eine Frau mit nachgewiesener Corona-Infektion verurteilt worden. Sie habe vorsätzlich andere Menschen gefährdet.

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          Weil sie trotz nachgewiesener Corona-Infektion spazieren ging, muss eine Frau in Österreich eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen. Das Landgericht Ried im Innkreis verurteilte die 35-Jährige am Freitag wegen vorsätzlicher Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

          Die Oberösterreicherin musste nach einem positiven Corona-Test in Heimquarantäne. Vor Gericht meinte sie, dass sie es nach zwei Tagen „nicht mehr ausgehalten“ und deshalb mit Mundschutz eine kleine Runde an der frischen Luft gedreht habe. Dabei wurde sie von einer Nachbarin beobachtet, die die Polizei verständigte. Der Richter erlaubte sich einen Seitenhieb auf die Nachbarin, die die 35-Jährige auch selber zum Umkehren hätte auffordern können. „Denunzieren soll nicht zum Volkssport werden, ich finde eine solche Gesellschaft nicht lebenswert.“

          Bereits am Mittwoch war in Klagenfurt eine 49-Jährige zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 800 Geldstrafe verurteilt worden, weil sie trotz Heimquarantäne einen Postschalter in einem Supermarkt aufgesucht hatte.

          In Tschechien sind derweil im Zusammenhang mit einer Party in einem Prager Nachtklub inzwischen 109 Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Zahl werde noch steigen, sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamts, Zdenka Jagrova, am Freitag nach Angaben der Agentur CTK. Es seien junge Leute mit vielen Aktivitäten und vielen Kontakten in ihrem Umfeld. Wie nun bekannt wurde, sollen die zuerst Infizierten beim Feiern einen Trinkhalm geteilt haben. Die Behörden warnten eindringlich vor dem gemeinsamen Gebrauch von Trinkgefäßen.

          In ganz Tschechien überschritt die Zahl der täglichen Neuinfektionen den dritten Tag in Folge die Zahl von 200. Am Donnerstag kamen 235 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Freitag bekanntgab. Insgesamt starben bisher 365 Menschen nach einer Sars-CoV-2-Infektion. In der Hauptstadt Prag muss ab Montag verpflichtend ein Mundschutz in Apotheken, Arztpraxen und Wartezimmern getragen werden.

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