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Neuer Corona-Krisenherd : Mehr als eine halbe Million Infizierte in Südafrika

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Die Bestattungsunternehmer in Johannesburg arbeiten bereits am Limit: Südafrika meldet mittlerweile mehr als ein halbe Million Corona-Infizierte. Bild: EPA

Trotz anfangs drastischer Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus entwickelt sich Südafrika zunehmend zu einem neuen Krisenherd der Pandemie. Die WHO warnt, das dies nur ein Vorbote für den ganzen afrikanischen Kontinent sein könnte.

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          Südafrika wird zu einem weiteren weltweiten Krisenherd in der Coronavirus-Pandemie. In dem Land wurden am Samstag mehr als eine halbe Million Infektionsfälle bestätigt. Damit verzeichnet das Land nach den Vereinigten Staaten, Brasilien, Indien und Russland die meisten Ansteckungsfälle weltweit und etwa die Hälfte aller nachgewiesenen Infektionen in ganz Afrika.

          10.107 Neuinfektionen seien bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit steige die Gesamtzahl auf 503.290. Insgesamt seien 8153 Menschen nach einer Ansteckung gestorben. In ganz Afrika wurden rund 935.000 Infektionsfälle und knapp 19.800 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bestätigt. Experten zufolge dürfte die Dunkelziffer allerdings weitaus höher sein.

          Ende März hatte Südafrika einen landesweiten Lockdown verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Doch inzwischen wurden zahlreiche Beschränkungen wieder aufgehoben, weil die Wirtschaft erheblich unter dem Stillstand leidet. So ist in den vergangenen zwei Monaten die Infektionszahl wieder deutlich gestiegen.

          In Slums kann man keinen Abstand wahren

          Vor allem in den am stärksten betroffenen Provinzen Western Cape, Gauteng und Eastern Cape sei die Entwicklung stabil, sagte Präsident Cyril Ramaphosa. Er verteidigte die drastischen Beschränkungen, durch die die Verbreitung des Virus verlangsamt und ein unkontrollierter Anstieg verhindert worden sei. Gleichwohl ist das Gesundheitssystem des Landes bereits jetzt sehr stark belastet.

          Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte unlängst, die Entwicklung in Südafrika könne ein Vorbote für die auf dem gesamten Kontinent sein – für die Schwierigkeit, wenn nicht Unmöglichkeit, in armen, dicht besiedelten Stadtvierteln Abstand zu wahren und eine Ansteckung zu vermeiden.

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