https://www.faz.net/-guw-9xoyn

Kirche und Corona : „Wir müssen unsere Nähe durch Distanz zeigen“

Die Kirchen sind offen und können für das Gebet genutzt werden: Im Klosterhof der Liebfrauenkirche, Frankfurt. Bild: Henner Rosenkranz

Die Pandemie als spirituelles Ereignis? Ein Gespräch mit dem Ordensmann Christophorus Goedereis in Zeiten der Krise.

          3 Min.

          Bruder Christophorus, wann haben Sie zuletzt eine Messe gefeiert?

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Am Montagabend im Gewölbekeller des Kapuzinerklosters Liebfrauen, in dem ich gerade zu Gast bin, gemeinsam mit meinen zehn dort lebenden Mitbrüdern.

          Eine Messe ohne Gläubige. Mit welchen Gefühlen steht man da am Altar?

          Die sind eigenartig und nicht einfach zu beschreiben. Ich verstehe die Gläubigen, die leiden, weil sie nicht zum Gottesdienst kommen können. Dennoch dachte ich, es ist das Richtige, was wir tun, weil wir es für die Menschen tun, die aus verständlichen Gründen nicht teilnehmen können. Manche denken vielleicht, meine Mitbrüder und ich seien privilegiert, weil wir noch die Messe feiern können. Aber nach den Rückmeldungen der vergangenen Tage habe ich das Gefühl, dass viele Gläubige froh sind, wenn wir für sie Gottesdienst feiern.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Corona-Krise : Warum die Zahlen in Spanien wieder ansteigen

          Nirgendwo in Westeuropa gibt es so viele Neuinfektionen wie in Spanien – und das, obwohl nahezu überall Maskenpflicht herrscht und die Behörden wieder Ausgangssperren verhängen. Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Madrid.

          Putins Corona-Politik : Der Impfstoff-Murks aus Moskau

          Putin hat mit der Zulassung des weltweit ersten Corona-Impfstoffs vielleicht seinen Sputnik-Moment, doch Sektkorken knallen keine. Das rücksichtslose politische Manöver kann der Impfstoffentwicklung weltweit schaden.
          Schlag auf Schlag: Nicht jeder, der im Büro sitzt, ist produktiv.

          Langeweile im Beruf : 120.000 Euro für zwei Mails am Tag

          Es ist ein großes Tabu des Büroalltags: Manche Angestellte haben kaum etwas zu tun. Selbst hochbezahlte Anwälte klagen über Langeweile. Wie kann das sein?