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Kirche und Corona : „Wir müssen unsere Nähe durch Distanz zeigen“

Die Kirchen sind offen und können für das Gebet genutzt werden: Im Klosterhof der Liebfrauenkirche, Frankfurt. Bild: Henner Rosenkranz

Die Pandemie als spirituelles Ereignis? Ein Gespräch mit dem Ordensmann Christophorus Goedereis in Zeiten der Krise.

          3 Min.

          Bruder Christophorus, wann haben Sie zuletzt eine Messe gefeiert?

          Hannes Hintermeier
          Feuilleton-Korrespondent für Bayern und Österreich.

          Am Montagabend im Gewölbekeller des Kapuzinerklosters Liebfrauen, in dem ich gerade zu Gast bin, gemeinsam mit meinen zehn dort lebenden Mitbrüdern.

          Eine Messe ohne Gläubige. Mit welchen Gefühlen steht man da am Altar?

          Die sind eigenartig und nicht einfach zu beschreiben. Ich verstehe die Gläubigen, die leiden, weil sie nicht zum Gottesdienst kommen können. Dennoch dachte ich, es ist das Richtige, was wir tun, weil wir es für die Menschen tun, die aus verständlichen Gründen nicht teilnehmen können. Manche denken vielleicht, meine Mitbrüder und ich seien privilegiert, weil wir noch die Messe feiern können. Aber nach den Rückmeldungen der vergangenen Tage habe ich das Gefühl, dass viele Gläubige froh sind, wenn wir für sie Gottesdienst feiern.

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