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Mehr als 300 Corona-Fälle : Kroatisches Cluster

Der „wunderschöne Zrce-Strand“ war schon immer bei Touristen sehr beliebt (Archivbild). Bild: AFP

Eine Woche feierten tausende Österreicher an einem Strand in Kroatien. Nun sind mehr als 300 Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert – darunter vor allem junge Menschen.

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          Auf der Website der Partyveranstaltung „Austria goes Zrce“ wird bereits für das Festival im kommenden Jahr geworben: „Freu dich auf 7 Tage Sommer, Sonne, Strand und die geilsten Acts am wunderschönen Zrce Beach in Kroatien.“ Doch vorerst hat Österreich mit einem Mitbringsel einiger Hundert Teilnehmer des diesjährigen Festivals zu tun, einem veritablen Corona-Cluster. Mehr als 300 Rückkehrer von der Veranstaltung auf der kroatischen Insel Pag sind bereits als infiziert gemeldet worden, die Behörden rechnen mit einer Dunkelziffer weiterer Infektionen. Alle österreichischen Bundesländer haben Festival-Rückkehrer dazu aufgerufen, umgehend PCR-Tests vornehmen zu lassen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Vom 17. bis 24. Juli dauerte die Musik- und Tanzveranstaltung auf der Adriainsel, die damit wirbt, dass in der Sommersaison Tag und Nacht am Partystrand Zrce gefeiert werde. Nach unterschiedlichen Angaben des lokalen Tourismusbüros, der Veranstalter und österreichischer Medien haben zwischen 2500 und 8000 Österreicher teilgenommen, wobei letztere Zahl vom Veranstalter als vollkommen unrealistisch zurückgewiesen wurde. Parallel zum Festival wurde eine organisierte Maturareise ausgerichtet. Die Veranstalter dieser auf das österreichische junge Publikum ausgerichteten Tage haben nach eigenen Angaben die grundsätzlichen Covid-Regeln für die inzwischen wieder geöffneten Klubs und Diskotheken eingehalten, wonach Teilnehmer entweder geimpft, negativ getestet oder von einer Covid-Erkrankung genesen sein müssen („Drei-G-Regel“).

          Nicht konsequent kontrolliert

          In österreichischen Medien wurden Teilnehmer mit Angaben zitiert, wonach nicht konsequent an allen Eingängen kontrolliert worden sei. Dem widersprach der Veranstalter. Nachdem bei der Maturareise trotz durchgängiger PCR-Testung Infektionen aufgetreten seien, habe man sich auf dem Festival für doppelte Kontrollen entschieden, die rigoros durchgeführt worden seien, zitierte die Zeitung Der Standard den Geschäftsführer der Veranstaltung. Allerdings seien viele der Infizierten vollständig geimpft gewesen – aus Niederösterreich beispielsweise 13 von 38. Daraus leite sich die Frage ab, wie sinnvoll die „Drei-G-Regel“ bei Großveranstaltungen sei.

          Der Ausrichter des Frequency-Festivals, einer ähnlichen Veranstaltung, die in Österreich abgesagt worden ist, kritisierte die Behörden dafür. Man hätte ein Konzept gehabt, schon bei der Anreise die meisten Infizierten zu entdecken, und andererseits könne man mit Festivals mehr Jugendliche ermutigen, sich impfen zu lassen. Eine Umfrage zum Frequency-Festival habe ergeben, dass 75 Prozent aller Besucher bereit gewesen wären, sich für das Festival impfen zu lassen, schrieb Barracuda-Music-Geschäftsführer Ewald Tatar auf Facebook.

          Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte am Freitag: „Ich habe überhaupt nichts gegen Partys, und die Jungen haben sich das verdient nach 16 Monaten Pandemie. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig, aber halt unter maximalen Sicherheitsbedingungen, getestet oder noch viel besser doppelt geimpft.“ Auf die Frage, ob nicht auch in Österreich diesen Sommer Festivals unter strengen Vorkehrungen hätten stattfinden können, verwies der Minister auf die Verantwortung der regionalen Behörden, die Konzepte von Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern gemäß den Vorgaben des Bundes zu beurteilen und danach zu entscheiden. Die oberste Gesundheitsbeamtin Katharina Reich befand im ORF-Radio, die Absage des Frequency-Festivals sei „natürlich gescheit“ gewesen, da das Risiko solcher Großevents bekannt sei. Eine andere Sache sei es, dass junge Leute auf Veranstaltungen im Ausland auswichen.

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