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Münchner Antikörperstudie : „Viele unerkannte Corona-Infektionen“

Mit Antikörpern? Blutproben werden im Labor in München analysiert. Bild: dpa

Die Münchner Antikörperstudie zeigt: Der tatsächliche Anteil der Infizierten war in der ersten Welle deutlich höher als die Zahl der positiv Getesteten. Das hat auch Auswirkungen auf die Infektionssterblichkeitsrate.

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          Als im Januar im Tropeninstitut der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) die erste Probe in Deutschland positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde, war das gewaltige Ausmaß dieser Infektionskrankheit kaum abzusehen. Denn zumindest in Deutschland konnten die ersten Infizierten, die sich bei einer chinesischen Mitarbeiterin der Firma Webasto in Bayern angesteckt hatten, noch schnell identifiziert, ihre Kontaktpersonen isoliert und eine Ausbreitung verhindert werden.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Doch spätestens im März, mit den Rückkehrern aus den Skiferien, nahmen die Infektionen sprunghaft zu: 44 Fälle wurden bis zum 7. März in München registriert – 3304 Fälle waren es am 3. April. Es schlug, wie Tobias Hölscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der LMU, im April der F.A.Z. sagte, „die Stunde der Tropenmedizin“. Das Institut startete mit der Studie KoCo19 (Prospektive Covid-19 Kohorte München) Anfang April eine aufwendige Feldforschung: Rund 80 Medizinstudenten gingen nach einem bestimmten Raster in München in Schutzmontur von Haus zu Haus, befragten Bewohner und sammelten Blutproben von Freiwilligen – oft begleitet von Polizisten, damit deutlich wurde, dass es sich um ein Forschungsprojekt und nicht um Corona-Betrüger handelte. Anhand von Antikörper-Tests wollten die Forscher bestimmen, wie sehr das Virus sich schon in der Bevölkerung ausgebreitet hat.

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