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Leben mit Long Covid : „Die Leute unterstellen, man simuliere nur“

  • -Aktualisiert am

Laut Claudia Schilling, Fachärztin für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, ist ein wesentlicher Teil der Long-Covid-Symptome im Gehirn zu verorten. Bild: ZB

Mentale Belastung und körperliche Beschwerden – die Symptome von Long Covid sind diffus und vielfältig. Das macht vielen Betroffenen schwer zu schaffen.

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          Alles fing schleichend an, im Januar, etwa zwei Monate nach ihrer Corona-Infektion. Als Heike Kugler schließlich zum Arzt ging, schlug ihr Herz so heftig, dass er sie warnte: „Wenn wir nicht sofort agieren, gebe ich Ihnen fünf Jahre bis zu einem Schlaganfall.“ Das Blutdruckmessgerät zeigte einen diastolischen Druck von mehr als 150 an – normalerweise sollte er bei 80 liegen. Auch nachts machte sich das bemerkbar. Bis heute schläft die Einundfünfzigjährige, die mit ihrem Mann in Sindelfingen wohnt, nicht weit entfernt von Stuttgart, im Durchschnitt nur zwei Stunden pro Nacht.

          „Das sind Menschen, die mitten im Leben standen und jetzt gebremst sind“, sagt Sandra Stengel, Fachärztin für All­gemein­medizin in Heidelberg, über Betroffene des Long-Covid-Syndroms. „Wer die Patienten sieht, weiß, dass die sich das nicht einbilden.“ Obwohl aktuelle Studien nahelegen, dass etwa jeder Zehnte nach einer Corona-Infektion mit Langzeitfolgen zu kämpfen hat, sind Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Auswirkungen der Krankheit noch weitgehend unbekannt.

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