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Nato von Corona betroffen : Generäle in Quarantäne

Coronavirus: Mehrere Kommandeure der Nato sind betroffen. Bild: dpa

Die Corona-Pandemie trifft auch die Nato. Bei einer Konferenz von Kommandeuren in Wiesbaden haben sich offenbar führende Offiziere mit dem Virus infiziert.

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          Das Hauptquartier des amerikanischen Heeres in Europa hat am Donnerstag Berichte bestätigt, dass sich der Oberkommandierende, Generalleutnant Christopher Cavoli, wegen einer möglichen Infizierung mit dem Coronavirus in freiwillige Quarantäne begeben habe. Zudem meldete das polnische Verteidigungsministerium, der Kommandeur des polnischen Heeres, General Jaroslaw Mika sei positiv auf das Virus getestet worden und befinde sich ebenso wie die Mitarbeiter seines Stabs in Quarantäne.

          Peter Badenhop
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die beiden Kommandeure und weitere Offiziere haben sich möglicherweise bei einer Nato-Konferenz am vergangenen Freitag im Europa-Hauptquartier der Army in Wiesbaden infiziert. Dort waren 24 Kommandanten der Landstreitkräfte sowie deren Mitarbeiter aus zahlreichen Nato-Staaten zusammen gekommen, um die Ende Januar angelaufene und bis Ende Mai terminierte Großübung „Defender 2020“ vorzubereiten. An dem Treffen nahmen Berichten amerikanischer Militär-Medien zufolge auch Offiziere der italienischen Armee teil, es sei bei den Gesprächen unter anderem auch um Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus bei militärischen Übungen gegangen.

          Freiwillige Quarantäne für General

          Drei-Sterne-General Cavoli habe sich nach Bekanntwerden des Infektionsrisikos in freiwillige Quarantäne begeben, teilte das Army-Hauptquartier mit. Er arbeitet ebenso wie weitere Offiziere, darunter mehrere Generäle, nun „abgeschieden“ vom allgemeinen Betrieb. Der Gesundheitszustand des Kommandeurs und der anderen betroffenen Soldaten werde regelmäßig kontrolliert, die Army stehe zudem in Kontakt mit den lokalen Gesundheitsbehörden.

          Ranghoher Offizier in Quarantäne: Der amerikanische General Christopher Cavoli hat sich möglicherweise bei einer Nato-Konferenz mit Corona infiziert.
          Ranghoher Offizier in Quarantäne: Der amerikanische General Christopher Cavoli hat sich möglicherweise bei einer Nato-Konferenz mit Corona infiziert. : Bild: Frank Röth

          Ob die Quarantäne der Offiziere Auswirkungen auf die Ende Januar angelaufene Großübung „Defender 2020“ hat, ist unklar. Das Manöver, für das 20.000 Soldaten aus Amerika nach Europa verlegt und in langen Konvois nach Polen und ins Baltikum gebracht werden, gilt als eine der größten Übungen der Vereinigten Staaten und anderer Nato-Mitgliedsstaaten auf dem Kontinent seit 25 Jahren. Cavoli ist als Kommandeur der amerikanischer Truppen in Europa einer hauptverantwortlichen Generäle, ob seine Quarantäne und die Corona-Krise generell etwas an den bisherigen Planungen für das Manöver ändern, war am Donnerstag nicht klar. Das Army-Hauptquartier in Wiesbaden teilte lediglich mit, man arbeite mit den Alliierten und Partnern an möglichen „Anpassungen“. Noch seien keine Entscheidungen gefallen. Der Gesundheitsschutz der Soldaten habe jedoch höchste Priorität. Man sei zuversichtlich, die Ziele des Großmanövers möglicherweise auch mit eine „reduzierten Fußabdruck“ erreichen zu können.

          Vergangene Woche hatte das amerikanische Militär bereits eine Reihe von Übungen wegen der Corona-Krise verkürzt, darunter ein Luftabwehr-Manöver in Israel. Etwa zwei Dutzend amerikanische Soldaten, die an einer Übung in Norwegen teilgenommen haben, sind unterdessen in Quarantäne genommen worden, weil ein norwegischer Soldat, mit dem sie Kontakt hatten, positiv auf das Virus getestet worden war. Zuletzt hatte Mitte der Woche die Ankündigung des amerikanischen Afrika-Kommandos,  den Umfang eines seiner größten Manöver in Marokko zu reduzieren, Spekulationen darüber ausgelöst, ob sich die Pläne für „Defender 2020“ unter den aktuellen Umständen aufrechterhalten ließen.

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