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Rekordwert in Deutschland : Mehr als 650.000 Impfungen an einem Tag

  • Aktualisiert am

Dank Hausärzten nimmt die Impfkampagne Fahrt auf. Bild: dpa

Insgesamt 656.357 Menschen haben am Mittwoch eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten – das sind mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Rund 13,8 Prozent der Bevölkerung sind inzwischen mindestens einmal geimpft worden.

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          Die deutsche Impfkampagne nimmt Fahrt auf. Am Mittwoch wurden erstmals mehr als 650.000 Impfdosen verabreicht und damit mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Insgesamt wurden 656.357 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Am Dienstag waren es noch 366.566 Impfungen gewesen. Das geht aus dem offiziellen Impfdashboard der Bundesregierung hervor.

          Deutschlandweit haben seit Beginn der Impfkampagne demnach mindestens 11.515.936 Menschen eine Impfdosis erhalten, das entspricht 13,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Vollständig geimpft sind bereits 4.737.605 Personen (5,7 Prozent). Die Bundesländer kommen dabei unterschiedlich schnell voran. In Bremen haben bereits 16,5 Prozent der Einwohner die erste Impfung erhalten, auf Platz zwei liegt das Saarland mit 15,9 Prozent. Schlusslichter sind Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit 12,8 bzw. 12,5 Prozent.

          Am Dienstag war mit den ersten Corona-Impfungen bei Hausärzten der Startschuss für eine deutliche Verbreiterung der Impfkampagne in Deutschland gefallen. Rund 35.000 Hausärzte nehmen teil. Zunächst steht ihnen aber nur ein überschaubares Angebot zur Verfügung. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das sind rein rechnerisch gut 26 Dosen pro Praxis. In der Woche vom 26. April gibt es einen deutlichen Schub, dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen.

          Derzeit werden in Deutschland die Impfstoffe von Moderna, Astra-Zeneca (für Menschen ab 60 Jahren) und Biontech/Pfizer eingesetzt. Der ebenfalls bereits zugelassene Impfstoff von Johnson & Johnson soll ab Mitte April in die EU geliefert werden.

          Mehrheit der Deutschen auch an Sputnik V interessiert

          Die Mehrheit der Deutschen würde sich einer Umfrage zufolge auch mit dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V impfen lassen, sofern dieser von der EU-Arzneimittelbehörde (Ema) zugelassen wird. 55 Prozent der Befragten sind offen für eine Impfung mit dem Vakzin, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Yougov-Umfrage für das „Handelsblatt“ hervorgeht. 19 Prozent der Befragten lehnen demnach eine Impfung mit Sputnik V ab.

          14 Prozent der Befragten seien noch unschlüssig, ob sie sich im Falle einer europäischen Zulassung des russischen Impfstoffs auch damit impfen lassen würden. Zwölf Prozent der Teilnehmer gaben an, generell nicht geimpft werden zu wollen. Für die den Angaben zufolge repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsunternehmen Yougov am Donnerstag rund 600 Menschen online.

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will ohne Einbindung der EU mit Russland über eine Belieferung mit dem Impfstoff Sputnik V verhandeln. Deutschland werde sich auf bilateralem Weg um den Impfstoff bemühen, nachdem die EU-Kommission am Mittwochabend bei Beratungen der EU-Gesundheitsminister angekündigt habe, ihrerseits keine Verträge über Lieferungen aus Russland abschließen zu wollen, sagte Spahn im WDR.

          Derweil hat das Pharmaunternehmen IDT Biologika in Dessau-Roßlau den Grundstein für ein weiteres Gebäude zur Impfstoffproduktion gelegt. Ab Anfang 2023 will das Unternehmen dort den Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca produzieren. Insgesamt investiere das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes in Sachsen-Anhalt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Damit werde das Projekt etwa doppelt so schnell umgesetzt, wie in der Branche üblich. Bereits seit Mitte März füllt das Unternehmen auch den Impfstoff des amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson ab und verpackt die Ampullen. Die ersten Chargen sind bereits in der Qualitätskontrolle und sollen ab Mitte April ausgeliefert werden.

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