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Coronavirus in Deutschland : RKI meldet mehr als 4300 Neuinfektionen

  • Aktualisiert am

Auch in Berlin werden Masken verkauft. Bild: Christophe Gateau/dpa

Für an einem Montag bekannt gegebene Zahlen sind 4325 neue Corona-Fälle ein sehr hoher Wert. Vor einer Woche waren es unter 2500 gewesen. Viele Gesundheitsämter geraten an ihre Grenzen.

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          Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

          Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366.299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294 800.Genesene.

          Das Verhalten entscheidet

          SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zählt im Kampf gegen das Coronavirus weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen. „Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

          Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland. „Es ist ganz simpel. Wenn wir den R-Wert nicht runter bekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns.“

          Nach Recherchen der F.A.Z. können die Gesundheitsämter bereits jetzt immer seltener den Ursprung von Infektionen ermitteln.

          R-Wert steigt auf 1,4

          Die auch R-Wert genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend stieg der R-Wert von etwa 1,3 auf 1,4. Er bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

          Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er liegt nun bei 1,35 (Vortag: 1,37) und zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Menschen angesichts sprunghaft gestiegener Infektionszahlen am Samstag aufgefordert, soziale Kontakte zu beschränken und weniger zu reisen. „Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag“, sagte die CDU-Politikerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

          Bundestagsabgeordnete mehrerer Parteien fordern mittlerweile mehr Mitsprache des Parlaments bei den Corona-Maßnahmen. Es drohe eine dauerhafte Kompetenzverschiebung weg vom Parlament und hin zur Regierung.

          Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge mit dem Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung tendenziell zufrieden. 68 Prozent der Befragten beurteilten die Führung in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag von „Bild am Sonntag“ als „eher gut“. Für 27 Prozent ist sie „eher schlecht“. 4 Prozent antworteten mit „weiß nicht“.

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