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Maßnahmen gegen Corona : Die Schweiz schaltet die Armee ein

In Stans sind am Montag Soldaten aus verschiedenen Teilen der Schweiz eingetroffen. Sie sollen die Behörden bei der Bekämpfung der Corona-Epidemie unterstützen. Bild: dpa

Auch in der Schweiz versucht die Regierung mit immer drastischeren Maßnahmen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Abstand halten kann Leben retten“, mahnt der Innenminister.

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          Die Schweiz ergreift weitere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und damit eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Regierung in Bern (Bundesrat) verfügte am Montagnachmittag, dass Restaurants, Bars, Konzert- und Theaterhäuser, Kinos, Märkte, Schwimmbäder und Friseursalons von Dienstag an geschlossen bleiben müssen. Der Bundesrat verbot alle privaten und öffentlichen Veranstaltungen und kündigte Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich an.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Rund 8000 Armeeangehörige sollen dabei helfen, die Gesundheitsversorgung auch bei weiter steigenden Infektionsfällen zu gewährleisten. Die Soldaten sollen bei der Pflege, der Patientenüberwachung, Krankentransporten und in der Logistik zur Hand gehen. In der Schweiz sind mehr 2300 Menschen mit dem Virus infiziert. Damit ist das Land überdurchschnittlich stark betroffen. Pro Kopf der Bevölkerung ist es nur in Italien noch schlimmer als in der Eidgenossenschaft. Dabei hatte der Bundesrat schneller als die Regierungen anderer Länder reagiert und zum Beispiel schon Ende Februar Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten. Am Freitag wurde die Schwelle auf 100 Personen gesenkt. Trotzdem stiegen die Fälle weiter rasant an.

          Die bisherigen Maßnahmen seien nicht einheitlich umgesetzt und nicht genügend eingehalten worden, kritisierte der Schweizer Innenminister Alain Berset in einer Pressekonferenz. Er rief die Schweizer Bevölkerung dazu auf, zuhause zu bleiben: „Abstand halten kann Leben retten.“ Zugleich verbreitete Berset nicht die Hoffnung, dass die Lage nun umgehend besser werde: „Die Situation wird sich verschlechtern, bevor sie sich verbessert.“

          Lebensmittelläden, Bäcker, Apotheken, Banken, Postschalter, Hotels und Bahnhöfe bleiben geöffnet. Berset sagte, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten sichergestellt sei. „Es ist nicht nötig, Notvorräte anzulegen.“ Auch die Schweizer Lebensmittelhändler forderten ihre Kunden dazu auf, von Hamsterkäufen abzusehen. In Zeitungsanzeigen beteuerten sie, dass die Landesversorgung nachhaltig gesichert sei und genug Lebensmittel und Bedarfsgüter für alle verfügbar seien. Man arbeite eng mit den Bundesbehörden und Zulieferern zusammen und werde sicherstellen, dass die Einkaufsregale schnell wieder aufgefüllt würden. Damit reagierten die Händler auf den Ansturm auf die Einkaufsläden, der am Samstag bis über die Grenzen nach Deutschland hinübergeschwappt war.

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