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Massenveranstaltungen : Freudenfest für das Virus

Leere Plätze: Fußballspiele mit Zuschauern könnten die Verbreitung des Virus erhöhen. Bild: dpa

Durch das Coronavirus stellen große Sportereignisse eine potentielle Gefahr für die Zuschauer dar. Geisterspiele können, das Risiko von Neuinfektionen verringern. Doch die Verantwortlichen handeln viel zu zögerlich.

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          Als am Mittwochvormittag der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) verkündete, das Europa-League-Spiel der Eintracht gegen Basel könne vor Zuschauern stattfinden, wenn auch unter Auflagen, dürfte allen Beteiligten klar gewesen sein, dass das eine Entscheidung auf Widerruf war. Zu eindeutig tendierte zu diesem Zeitpunkt die vorherrschende Meinung in Politik und Fachwelt dazu, große Sportereignisse abzusagen oder allenfalls als sogenannte Geisterspiele stattfinden zu lassen.

          Ein solcher Zuschauerausschluss sollte auch für das Spiel der Eintracht gegen Mönchengladbach am Sonntag gelten. Die Argumentation des Gesundheitsamtes, warum die am Donnerstag anreisenden Fans aus der Schweiz eine kleinere Gefahr sein sollten als die Anhänger aus Mönchengladbach drei Tage später, wirkte geradezu abenteuerlich.

          Von der Anreise in der Bahn über die Einlasskontrollen, bis zum Sitzen in engen Reihen und dem Toilettenbesuch – der Europapokalabend wäre vor allem für das Coronavirus zum Freudenfest geworden.

          Gesundheitspolitische Klarheit

          Im Lauf des Tages muss den handelnden Politikern in Frankfurt und Wiesbaden klargeworden sein, dass sie sich lächerlich zu machen drohen und dass sie die Verunsicherung in der Bevölkerung schüren.

          Fiebermessung an einer Straßenkontrolle im chinesischen Kreis Susong. Öffnen
          Kritisch geprüft : Das Coronavirus im Faktencheck Bild: Reuters

          Der hessische Sozialminister Kai Klose, der es verabsäumt hat, mit einer Verordnung für klare Verhältnisse zu sorgen, rückte an, um seinem Parteifreund Majer aus der Patsche zu helfen. Man muss hoffen, dass der Ministerpräsident endlich dafür sorgt, dass auch in Hessen gesundheitspolitische Vernunft und Klarheit herrschen.

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

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