https://www.faz.net/-guw-9xwnu

Mangel in Corona-Zeiten : Warum die Klopapier-Alternativen die Kläranlagen verstopfen

  • Aktualisiert am

Zu viel Feuchtpapier: Diese Pumpe musste gereinigt werden. Bild: dpa

Die Knappheit von Toilettenpapier führt in zahlreichen Kläranlagen zu großen Problemen. Alternativen wie Taschentücher, Feuchttücher und Küchenpapier verstopfen die Pumpen und führen zu erheblichen Extra-Kosten.

          1 Min.

          Dass in Zeiten des Klopapiermangels immer mehr Menschen Küchenpapier oder Feuchttücher für das stille Örtchen benutzen, bereitet niedersächsischen Abwasserentsorgern Probleme. „Das ist nicht witzig“, sagte eine Sprecherin der Stadt Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) am Donnerstag. Immer mehr synthetische Feuchttücher landeten in den Toiletten und würden die Laufräder der Pumpwerke verstopfen. Auch die Stadtentwässerung Braunschweig verzeichnete mehr Taschentücher oder Küchenpapier im Abwasser. Dieses „nassfeste Papier“ führe jedoch zu Verstopfungen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

          Im niedersächsischen Ottersberg hatte die Verwaltung schon vergangene Woche Fotos von verstopften Rechen in der Kläranlage veröffentlicht und die Bevölkerung eindringlich darum gebeten, Feuchttücher im Hausmüll zu entsorgen. „Das Problem besteht nach wie vor“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Kommunen wie Osnabrück oder Hannover meldeten noch keine Schwierigkeiten. Das könnte sich aber ändern, sollte künftig mehr Müll in den Kloschüsseln landen, wie eine Sprecherin der Stadt Hannover sagte. In Frankfurt meldete die Kläranlage in Mörfelden-Walldorf bereits vergangene Woche, dass sie im Krisenmodus sei. Doppelt so viele Faserstoffe seien im Klärwerk angekommen als noch vor circa zwei Wochen, sagte Georg Lautenschläger, Leiter der städtischen Kläranlagen, in einer Mitteilung der Stadt. Fast täglich müssten die Pumpen wegen einer Verstopfung gereinigt werden. Diese Extra-Kosten müssten dann von jedem Einwohner über die Abwassergebühr getragen werden.

          Als kostensparende und hygienische Alternativen zum Toilettenpapier empfehlen die Behörden Waschlappen oder eine Dusche.

          Weitere Themen

          Sieben-Tage-Inzidenzen in fast allen Hotspots sinken

          Corona-Liveblog : Sieben-Tage-Inzidenzen in fast allen Hotspots sinken

          Grüne werfen Merkel Missachtung des Parlaments vor +++ Wieder Krawalle während Ausgangssperre in Niederlanden +++ Corona-Warn-App zeigt künftig Statistiken an +++ Moderna-Impfstoff schützt offenbar gegen Virus-Varianten +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Verschiedene Geldanlagen zu verwalten kann manchem vorkommen wie Jonglage.

          Bilanz ziehen : Neuer Glanz auf altem Vermögen

          So eine Vermögensbilanz kann Überraschungen bergen, Sie aber vor ebensolchen bösen bewahren. Unser Autor hat Tipps zur Aufstellung und zur Umschichtung von Hab und Gut.
          Bitte kein soziales Elend zu später Stunde: Moderator Jan Plasberg und Gäste sprachen in der ARD-Sendung "Hart aber fair" über die Coronakrise.

          TV-Kritik: Hart aber fair : Maximal empathielos

          Wut, Ohnmacht, Verschwörungstheorien: Bei „Hart aber fair“ arbeiten sich Frank Plasberg und seine Gäste an den Nebenwirkungen der Corona-Krise ab. Gefährlich ist, was ungesagt bleibt.
          Wie umgehen mit der AfD? Haldenwang und Seehofer 2019

          AfD als Prüffall : Die Gefahr verbrannter Finger

          Der Verfassungsschutz will die AfD beobachten. Doch die Sache ist schwierig. Ein Leck in einer Behörde kommt der Partei gerade recht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.