https://www.faz.net/-guw-ac024

Britische Studie : Hunde erschnüffeln Corona-Infizierte

  • Aktualisiert am

Bei der noch nicht in einem Journal veröffentlichten Studie wussten weder die Tiere noch die Wissenschaftler, welche Proben von Infizierten und welche von Gesunden stammten. Bild: dpa

Einer britischen Studie zufolge kann der beste Freund des Menschen Corona-Infizierte am Geruch erkennen. Auch die zunächst in England entdeckte Corona-Variante erschnüffeln die Vierbeiner demnach ohne zusätzliches Training.

          1 Min.

          Trainierte Hunde können einer britischen Studie zufolge Corona-Infizierte am Geruch erkennen. Sechs Hunde hätten Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit von 82 bis 94 Prozent erschnüffelt, teilte die London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) am Montag mit. Das Ergebnis bestätigt frühere Studien unter anderem aus Deutschland. Die britischen Forscher nutzten Socken von 400 Probanden. 200 der Menschen waren infiziert, hatten aber keine oder allenfalls leichte Symptome, 200 waren in der Kontrollgruppe.

          Die Hunde, die zur Wohltätigkeitsorganisation Medical Detection Dogs gehören, waren auf das ursprüngliche Coronavirus trainiert. Sie hätten aber bereits ohne zusätzliches Training auch die zunächst in Südostengland entdeckte Corona-Variante recht gut erschnüffelt, sagte Studienleiter James Logan. „Das macht uns wirklich Hoffnung und legt nahe, dass Hunde in der Lage sind, verschiedene Corona-Varianten zu entdecken.“

          Bei der noch nicht in einem Journal veröffentlichten Studie wussten weder die Tiere noch die Wissenschaftler, welche Proben von Infizierten und welche von Gesunden stammten. Gesunde Probanden erkannten die Hunde mit einer Sicherheit von 76 bis 92 Prozent richtig.

          In einer nächsten Phase wollen die Forscher prüfen, ob die Hunde das Virus auch an Personen an Orten mit großen Menschenmassen wie Flughäfen oder Stadien erschnüffeln können. Schlagen die Tiere an, könnten die mutmaßlich Infizierten mit einem PCR-Test überprüft werden.

          Sechs medizinische Spürhunde, die an einer Doppelblindstudie teilnahmen.
          Sechs medizinische Spürhunde, die an einer Doppelblindstudie teilnahmen. : Bild: dpa

          Bislang gab es mehrere derartige Hunde-Studien. So war ein Forscherteam um Holger Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Etwa in Helsinki und Dubai kommen Corona-Spürhunde schon am Flughafen zum Einsatz.

          Diese Methode könnte nach Ansicht der britischen Forscher dabei helfen, mehr als doppelt so viele Positivfälle aufzuspüren wie bislang. „Diese fantastischen Ergebnisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass Hunde einer der zuverlässigsten Biosensoren zur Erkennung des Geruchs menschlicher Krankheiten sind“, sagte Claire Guest von Medical Detection Dogs. Die Studie zeige das enorme Potenzial von Hunden im Kampf gegen das Coronavirus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

          Gesundheitsminister-Bericht : Spahn plant Maskenpflicht bis 2022

          Mindestens bis zum Frühling will die Bundesregierung die Maskenpflicht aufrechterhalten. Gratistests sollen im Herbst entfallen und für Ungeimpfte könnten „erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden“.

          Druck auf Sportler : Die Stärke der Verletzlichen

          Der Druck, der auf den Stars dieser Spiele lastet, ist so sichtbar wie nie zuvor. Athletinnen und Athleten zeigen: Auch wer verletzlich ist, kann erfolgreich sein. Das könnte der Anfang eines Kulturwandels sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.