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Merkels Krisenmanagement : Angemessen oder zu spät?

  • -Aktualisiert am

Hat sich erst Zeit gelassen mit ihren Statements: Angela Merkel Bild: EPA

Angela Merkels Krisenreaktionseinsätze waren bislang unterschiedlich erfolgreich. In der Corona-Krise muss das oberste Ziel der Kanzlerin die Vermeidung eines Kontrollverlustes sein.

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          Zu spät? Angemessen? Es wird dauern, bis ein einigermaßen objektives und faires Urteil über das Krisenmanagement der Bundeskanzlerin im Angesicht von Corona möglich ist. Zu Wochenbeginn war aus der Unionsführung zu hören, es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt für eine grundsätzliche Ansprache der Kanzlerin. Montagvormittag übernahm es noch der Regierungssprecher, die Deutschen im Namen seiner Chefin zu beruhigen.

          Doch schon Stunden später äußerte Merkel sich erstmals öffentlich zu Corona, und dann kam eine Bewegung in Gang, die in ihrer Dimension kaum zu überschätzen ist. Im Tagesrhythmus sagte die Bundeskanzlerin den Deutschen vor, dass sich bis zu siebzig Prozent der Bevölkerung mit dem Virus infizieren würden, stellte – angetrieben vor allem vom bayerischen Ministerpräsidenten Söder – flächendeckende Schulschließungen als probates Mittel hin und empfahl ihren mehr als achtzig Millionen Mitbürgern, auf alle verzichtbaren Sozialkontakte tatsächlich zu verzichten. Zum Abschluss der Arbeitswoche, die von Normalität weiter entfernt war als alle bisherigen Arbeitswochen der Kanzlerin, sagte deren Vizekanzler unbegrenzte Finanzhilfen zu. Abgesehen vom reflexhaften Quieken der AfD, blieb die übliche Kritik aus der Opposition oder gar der Koalition aus. In der Stunde der Not versammelt sich das Land einschließlich des verantwortungsbewussten Teils der Politik hinter der politischen Führung.

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