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Klaus Cichutek im Podcast : „Der russische Impfstoff ist kein Durchbruch“

  • Aktualisiert am

Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, bei einer Pressekonferenz im März Bild: dpa

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts steht dem russischen Vakzin kritisch gegenüber. Im F.A.Z. Podcast für Deutschland erklärt er seine Haltung.

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          Während sich Pharmakonzerne auf der ganzen Welt ein Wettrennen um die erste Zulassung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus liefern, verfügt Russland eigenen Angaben zufolge bereits über ein einsatzbereites Vakzin. Das staatliche Gamalja-Institut in Moskau habe einen Impfstoff entwickelt, der effektiv sei und beständige Immunität liefere, sagt der russische Präsident Wladimir Putin.

          „Der russische Impfstoff ist kein Durchbruch“, sagt hingegen Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, im F.A.Z.-Podcast. Die Bedingungen, nach denen er zugelassen worden sei, entspräche nicht dem üblichen Vorgehen. Denn das Vakzin ist nach offiziellen Angaben russischer Behörden lediglich an 76 Personen getestet worden. Darunter befindet sich angeblich auch die Tochter des russischen Präsidenten.

          „Die Zulassung in Deutschland und der EU verlangt umfangreiche Daten“, sagt Cichutek. Es sei üblich, dass ein Impfstoff an mindestens 3000 bis 10.000 Probanden getestet werde, bevor es auf den Markt komme. Andernfalls könnten Nebenwirkungen nicht hinreichend abgeschätzt werden. „Bis die Impfstoffe auch in ausreichender Anzahl zur Impfung genutzt werden, wird das noch Monate dauern. Das wäre trotzdem die schnellste Entwicklung, die man überhaupt bei Impfstoffen hatte.“

          Das Interview mit Klaus Cichutek könnn Sie sich hier in voller Länge anhören.

          Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts rechnet damit, dass zu Beginn des Jahres 2021 die ersten international anerkannten Impfstoffe zugelassen werden.

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