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Weiterer Fall in Bayern : Kind in Deutschland an Coronavirus erkrankt

  • Aktualisiert am

Geschlossener Webasto-Standort in Bayern Bild: dpa

In Bayern hat sich das Kind eines erkrankten Webasto-Mitarbeiters mit dem neuen Virus infiziert. Die Behörden in Traunstein gehen davon aus, dass die ganze Familie der beiden Patienten infiziert ist.

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          Die Zahl der Coronavirus-Patienten in Bayern ist auf sechs gestiegen. Erstmals hat sich in Deutschland ein Familienmitglied eines schon Infizierten mit dem neuartigen Erreger angesteckt, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. Es handele sich um das Kind eines Mannes aus dem Landkreis Traunstein. Die beiden sind nach Angaben der Behörden vor Ort in einem Krankenhaus in Trostberg isoliert worden.

          Seit einigen Wochen breitet sich das neuartige Virus 2019-nCoV von der chinesischen Millionenmetropole Wuhan aus. In den meisten Fällen verläuft die neue Lungenkrankheit sehr mild. Inzwischen sind mehr als 9700 Menschen infiziert. Die Zahl der Toten in China stieg auf 213.

          Die fünf schon bekannten Coronavirus-Patienten in Bayern sind Mitarbeiter des oberbayerischen Autozulieferers Webasto. Dort war vergangene Woche eine infizierte Kollegin aus China zu Gast, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

          Alle Betroffenen befinden sich nach Angaben von Ärzten derzeit in einem stabilen gesundheitlichen Zustand, wie das Ministerium weiter mitteilte. Die Behörden in Traunstein gehen davon aus, dass die ganze Familie der beiden Patienten infiziert ist. Die anderen Mitglieder müssten aber noch nachgetestet werden. Der Mann habe drei Kinder im Alter zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren. Details wurden mit Verweis auf den Schutz der Familie nicht bekanntgegeben.

          Mögliche Personen, die länger Kontakt mit den Familienmitgliedern hatten, würden derzeit ermittelt. Der Kindergarten, in dem das infizierte Kind war, bleibt den Angaben zufolge zunächst geöffnet. Zunächst werde ermittelt, ab wann das Kind infektiös war. Man wisse, wann es das letzte Mal im Kindergarten war – und wenn sich das überschneidet, wolle man mit der Einrichtung und den Eltern reden, wie weiter vorgegangen wird.

          Die Tests von anderen Personen, die ebenfalls bei Webasto in Gauting-Stockdorf (Landkreis Starnberg) arbeiten, brachten bis zum Freitagmittag (Stand 12.00 Uhr) nach Ministeriumsangaben keinen weiteren positiven Befund. Weitere Einzelheiten wolle die Behörde im Laufe des Freitagabends mitteilen, kündigte ein Sprecher an. „Die bisher ermittelten Kontaktpersonen sollen sich häuslich isolieren und sich mit Angaben zu ihrem Gesundheitsstatus fortlaufend beim Gesundheitsamt melden“, erklärte der Sprecher. Bislang hatte das Ministerium von 110 Kontaktpersonen gesprochen.

          Flugzeug auf dem Weg nach China

          In Köln ist am Freitag ein Flugzeug gestartet, das Deutsche aus der vom Coronavirus am stärksten betroffenen chinesischen Provinz Hubei ausfliegen soll. Die Maschine der Bundeswehr hob gegen 12 Uhr vom Flughafen Köln-Wahn ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen mit dem Flug rund 130 Menschen zurückgeholt werden – darunter rund 90 deutsche Staatsbürger und etwa 40 Angehörige mit anderer Staatsangehörigkeit, die sich angemeldet haben.

          Am Samstagnachmittag sollen die ersten Heimkehrer in Frankfurt landen. Laut dem hessischen Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) werden die Passagiere im speziell dafür ausgerichteten Medical Assessment Center (MAC) am Frankfurter Flughafen aufgenommen.

          Am Donnerstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesichts der Ausbreitung des Erregers in rund 20 Ländern und Territorien einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Seitdem koordiniert die WHO Reaktionen der Länder auf die Krankheit. Auch Russland hat erstmals Coronavirus-Infektionen offiziell bestätigt. Es handele sich um zwei chinesische Staatsbürger, die mit dem Virus infiziert seien. Das sagte die russische Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Die Patienten seien in Sibirien isoliert worden.

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