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„Für viele tödlich“ : Lauterbach kritisiert Astra-Zeneca-Impfstopp

  • Aktualisiert am

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Bild: dpa

SPD-Gesundheitsfachmann Lauterbach hält das Vorgehen in Dänemark, Norwegen und Island für gefährlich. Auch Mediziner bewerten die Entscheidung kritisch.

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          Der SPD-Gesundheitsfachmann Karl Lauterbach hat den Astra-Zeneca-Impfstopp in Dänemark, Norwegen und Island kritisiert. Es sei richtig, die gemeldeten Fälle von Blutgerinnsel weiter zu untersuchen, schrieb er auf Twitter. Der Impfstopp aber sei falsch. „Die ausgesetzte Impfung ist für viele tödlich, die jetzt verzichten“, fügte er hinzu.

          Auch Mediziner bewerten die Entscheidung kritisch. Blutgerinnsel, die vereinzelt nach der Corona-Impfung registriert wurden, kämen bei schwerkranken Covid-19-Patienten sehr häufig vor, sagte Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Jena. Durch das Aussetzen der Impfungen in Dänemark für zunächst zwei Wochen sei es sehr wahrscheinlich, dass nun mehr Menschen an Covid-19 erkranken als ohne diese Entscheidung – und etwa fünf Prozent davon sicher auch schwer. So könnten folglich auch mehr Thrombosen entstehen.

          „Die Entscheidung verursacht wahrscheinlich mehr Schaden, als dass sie potentielle Impfkomplikationen verhindert, von denen wir derzeit nicht einmal wissen, ob es überhaupt Impfkomplikationen sind“, sagte Pletz. Das sei eine unangemessene Nutzen-Risiko-Abwägung gewesen.

          Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca zu impfen. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Norwegen und Island folgten der Entscheidung Dänemarks.

          Pletz kommt wie auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA zu dem Schluss, dass die Rate der Thrombosekranken nach einer Impfung mit dem Astra-Zeneca-Präparat dem spontanen Auftreten dieser Erkrankung in der Normalbevölkerung entspricht. Bis 10. März hat die EMA 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Astra-Zeneca-Vakzin geimpften Menschen registriert.

          Deutschland setzt die Impfungen mit diesem Präparat nicht aus. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) teilte am Donnerstagabend mit, aus seiner Sicht und nach Überzeugung der EMA überwiege der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.

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