https://www.faz.net/-guw-9z2k3

Spahn zu Corona-Krise : „Es kann Jahre dauern, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen“

  • Aktualisiert am

Kurz vor Beginn der Kontaktbeschränkungen: Jens Spahn und Horst Seehofer im Februar 2020 Bild: EPA

Schritt für Schritt will Deutschland die Corona-Beschränkungen aufheben. Ein Impfstoff würde den Weg zurück zur Normalität beschleunigen. Doch bis dahin könne noch viel Zeit vergehen, warnt der Bundesgesundheitsminister.

          2 Min.

          Die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus kann nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn womöglich noch Jahre dauern. Es gebe viel versprechende Ansätze, aber die Entwicklung von Impfstoffen sei „das Herausfordernste, mit das Schwierigste, das es gibt in der Medizin“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Ich freue mich, wenn es in wenigen Monaten gelänge.“ Aber man müsse auch realistisch bleiben: „Es kann auch Jahre dauern, weil es natürlich auch Rückschläge geben kann, das haben wir bei anderen Impfstoffen gesehen.“

          Bei einer internationalen Geberkonferenz sollen am Montag 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Mitteln gegen das Virus gesammelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Wochenende einen „deutlichen finanziellen Beitrag“ aus Deutschland zu. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es um einen dreistelligen Millionenbetrag.

          Lockerungen für Gastronomie?

          Dass der Reproduktionsfaktor bereits geraume Zeit unter 1 liegt - und also ein Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt - wertete Spahn als „ein gutes Zeichen, dass wir es gemeinsam geschafft haben“.

          Der Minister wies auf die Schritt für Schritt vorgenommenen Lockerungen hin. Besonderen Bedarf sieht er auch in der Gastronomie. Dort gehe es für viele Wirte um die Existenz. „Wichtig ist, dass wir auch dort eine Perspektive geben. Ich denke, dass das am Mittwoch geschieht“, fügte er mit Blick auf die nächste Beratung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hinzu.

          Unterdessen sind weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nötig, können aber nur entsprechend der Infektionsentwicklung erfolgen. „Es gibt einen großen Auftrag, das ist der Schutz der Gesundheit und des Lebens der Menschen, die hier leben“, sagte er am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Und da sind wir sehr erfolgreich, und jetzt müssen wir den Erfolg sichern.“ Gleichzeitig müssten das gesellschaftliche und das wirtschaftliche Leben wieder in Gang gebracht werden, müssten Arbeitsplätze gesichert und die Konjunktur angekurbelt werden. „Das müssen wir jetzt ins Auge fassen, und das tun wir“, sagte er.

          Seehofer erinnerte daran, dass die Lockerung der Beschränkungen längst begonnen hat, etwa mit der teilweisen Öffnung von Geschäften und Spielplätzen, der Rückkehr von Abschlussklassen in die Schulen und der Wiederzulassung von Gottesdiensten. „Wir haben jetzt mal mit den Bereichen begonnen, die einfacher zu lockern sind.“

          Mit Blick auf die nächste Bund/Länder-Beratung sagte er: „Wir werden nächsten Mittwoch - die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten - über den gesamten Sport reden, nicht nur über die (Fußball-)Bundesliga, sondern aber auch über den Breitensport. Wir werden reden über die Schulen. Wir werden natürlich auch über die Gastronomie reden. Und ich möchte, dass wir im Lichte der Infektionsentwicklung Stück für Stück zu mehr Lockerung kommen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nordkoreas Machthaber Kim : Stalinist mit PR-Qualitäten

          Tausendsassa, Basketballfan und Trumps Männerfreund: Seit zehn Jahren ist Kim Jong-un der starke Mann in Nordkorea – seit knapp neun an der Spitze des Regimes. Dabei ist der skurrile Diktator Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen. Doch als Reformer enttäuscht er auf ganzer Linie.
          Spendet Wärme trotz Kälte: der Heizpilz.

          Neues Image in der Krise : Ein Pilz als Restaurant-Retter?

          Weil er zu viel Kohlendioxid in die Luft bläst, ist der Heizpilz bislang in vielen Städten verboten. Doch jetzt werden viele Verbote aufgehoben, denn der Heizpilz soll die Gastronomie retten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.