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Kampf gegen Coronavirus : Hilft ein Malariamittel gegen Covid-19?

Forschung an Impfstoffen: Mitarbeiter des Instituts für Tropenmedizin der Universität Tübingen im Jahr 2017 Bild: dpa

Der Tropenmediziner Peter Kremsner will herausfinden, ob ein Malariamittel gegen Covid-19 hilft. Über mehr als grobe Vermutungen ist man aber noch nicht hinaus.

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          Auf dem Tisch des Tropenmediziners Peter Kremsner liegen keine Akten oder Fachzeitschriften. Für Papierkram hat der Tübinger Wissenschaftler in den nächsten drei Wochen keine Zeit, er hat eine große Aufgabe vor sich: Kremsner will mit einer Doppelblind-Studie an Covid-19-Patienten mit schwacher Symptomatik testen, ob das seit 1934 bekannte Malariamittel Chloroquin helfen kann. Kremsner ist aber niemand, der Patienten oder der Öffentlichkeit in dieser Situation große Hoffnungen machen will oder kann – er will einfach nur, dass die Medizin bei der Erforschung des Coronavirus wenigstens in einer Frage mal ein Stück weiter kommt. Und die lautet: Sollte Chloroquin bei der Behandlung von Covid-19-Patienten überhaupt noch eingesetzt werden, oder muss man dringend davon abraten?

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          „Chloroquin und Hydroxychloroquin sind bei der Bekämpfung dieser neuen Lungenerkrankung derzeit vielfach im Gespräch. Wenn ich an Covid-19 erkrankt wäre, würde ich es aber nicht einnehmen“, sagt Kremsner. Denn falsche Dosierungen und Überdosierungen führten häufig zu Todesfällen. „Für mich stellt sich die Frage, ob wir es einsetzen sollten oder ob es nicht besser ist, damit schnell aufzuhören.“ Deshalb sei er nun sehr froh, vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn die Genehmigung für die Studie bekommen zu haben.

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