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Kampf gegen Coronavirus : WHO: „Europa liegt im Auge des Covid-19-Sturms“

  • Aktualisiert am

Hoffnung auf Besserung: Eine Frau mit Mundschutz betet. Bild: dpa

Erstmals seit gut einer Woche steigen die Zahlen der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland wieder. Das Europa-Büro der WHO hält die kommenden Wochen für ausschlaggebend im Kampf gegen das Coronavirus.

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          Nachdem die Bundesregierung und die Länder am Mittwoch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet hatten, ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland erstmals seit dem 9. April wieder gestiegen. Nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen wurden in den letzten 24 Stunden 2543 neue Fälle gemeldet. Damit nimmt die Zahl der Neuinfektionen abermals zu, nachdem sie sechs Tage in Folge zurückgegangen war. Insgesamt wurden demnach seit Beginn der Pandemie in Deutschland 134.753 Infektionen registriert. Laut Universität sind zuletzt 309 weitere Menschen infolge einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit in Deutschland auf 3804.

          Auch die Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) zeichnen ein ähnliches Bild: Die Schwelle von 130.000 bestätigten Infektionsfällen ist demnach überstiegen worden. Das RKI zählt nach den Angaben auf seiner Internet-Seite aktuell 130.450 Fälle, das ist ein Plus von 2866 im Vergleich zu Mittwoch. Die Zahl der Toten stieg im selben Zeitraum um 315 auf 3569. Rund 77.000 Menschen sind demnach genesen. Am stärksten betroffen ist nach wie vor Bayern vor Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

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          Kanzleramtschef Helge Braun verteidigte unterdessen die Beschlüsse für eine nur schrittweise und vorsichtige Lockerung der Maßnahmen. „Wir haben uns das alle nicht leicht gemacht, weil wir natürlich spüren, dass jetzt Menschen gerne wieder auf die Straße wollen“, sagt Braun im ARD-“Morgenmagazin“. Zur anhaltenden Schließung größerer Geschäfte erklärte er, es gehe auch um eine Reduzierung des Publikumsverkehrs in den Innenstädten. „So eine normal gefüllte Fußgängerzone, so wie wir das von früher kennen, das können wir momentan auch nicht riskieren“, so Braun. „Und deshalb müssen die großen Geschäfte, die häufig die Publikumsmagneten sind, noch eine Weile geschlossen bleiben.“

          Entscheidende Wochen

          Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hält die kommenden Wochen für ausschlaggebend für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus. „Die nächsten wenigen Wochen werden entscheidend. Europa liegt im Auge des Covid-19-Sturms“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz. Während die europäische Region kurz vor der Marke von einer Million bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 stehe, gebe es positive Anzeichen aus einer Reihe von stark betroffenen Ländern, darunter seien Spanien, Italien, Deutschland und die Schweiz.

          Man müsse sich jedoch klarmachen, dass es keinen schnellen Sieg über Covid-19 geben werde, sagte Kluge. „Machen Sie keinen Fehler: Trotz des Frühlingswetters befinden wir uns weiter mitten in einem Sturm.“ Während mancherorts die Zahl der Neuinfektionen sinke, stehe anderen Ländern das volle Ausmaß der Corona-Krise noch bevor.

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