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Corona-Eindämmung in Amerika : Biden fordert landesweite Maskenpflicht

  • Aktualisiert am

Joe Biden am Mittwochabend mit Maske in Wilmington. Bild: AFP

Mehr als 165.000 Amerikaner sind bereits im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Joe Biden fordert deswegen nun ein radikales Umdenken. Der Gouverneur von Florida zieht einen außergewöhnlichen Vergleich.

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          Der designierte Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokraten, Joe Biden, hat in der Corona-Krise eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden am Donnerstag in Wilmington (Delaware), nachdem er und und seine Vizekandidatin Kamala Harris von Experten über die Corona-Pandemie unterrichtet wurden. „Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben“, forderte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

          Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den Vereinigten Staaten eine politisch aufgeladene Debatte geführt. Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

          „Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger“

          „Es geht nicht um Ihre Rechte, sondern um Ihre Verantwortung als Amerikaner“, sagte Biden. Eine landesweite Maskenpflicht würde ermöglichen, das Land schneller wieder auf Kurs zu bringen, sagte er. „Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger.“

          Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den Vereinigten Staaten wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen. Harris beklagte abermals, dass in den Vereinigten Staaten bereits mehr als 165.000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben sind, wofür sie am Vortag Trump verantwortlich gemacht hatte. Sie versprach, dass eine von ihr und Biden angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.

          Unterdessen hat der Gouverneur des Bundesstaats Florida, Ron DeSantis, die Bemühungen zur Wiedereröffnung von Schulen inmitten der Corona-Pandemie mit dem Einsatz des Militärs gegen den früheren Al-Qaida-Chef Osama bin Laden verglichen. Genauso wie das Spezialkommando bei dem Einsatz in Pakistan „Hindernisse überwand“, müssten nun auch Schulen Herausforderungen meistern, um Kindern nach den Ferien wieder einen normalen Unterricht zu ermöglichen, sagte DeSantis am Mittwoch vor Journalisten.

          Der Republikaner DeSantis, ein Vertrauter von Präsident Trump, wirbt trotz einer anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus für eine Öffnung der Schulen. Es gehe darum, Eltern eine „gute Wahl zwischen Unterricht vor Ort oder weiterem Lernen auf Distanz“ zu geben, sagte DeSantis mit Blick auf den Unterricht über digitale Plattformen.

          Florida, ein Bundesstaat mit gut 21 Millionen Einwohnern, meldete zuletzt etwa 6000 Neuinfektionen pro Tag.  „An unsere Lehrer und Schulverwalter: Danke, dass Sie sich weigern, sich von Hindernisse davon abhalten zu lassen, unseren Kindern Chancen zu geben“, sagte DeSantis. Dies sei eine schwierige Zeit, aber die Anstrengungen der Lehrer seien wichtig für eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität für die Gesellschaft, sagte er.

          Bin Laden, der frühere Chef der Terrororganisation Al-Qaida, wurde 2011 von einem amerikanischen Spezialkommando im pakistanischen Abbottabad aufgespürt und getötet. Die Vereinigten Staaten machen den damals 54-Jährigen für die verheerenden Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich

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