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Jens Spahn warnt : Kein Sorgenherbst nach einem zu sorglosen Sommer

  • Aktualisiert am

Lothar Wieler und Jens Spahn bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche Bild: dpa

Der Bundesgesundheitsminister mahnt mit Blick auf die Delta-Variante des Coronavirus weiter zur Vorsicht. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Mutation in Deutschland die Oberhand gewinne.

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          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auch mit Blick auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus zu Vorsicht im Sommer aufgerufen. Aus einem zu sorglosen Sommer dürfe kein „Sorgenherbst“ werden, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Die Delta-Variante werde über den Sommer auch in Deutschland die Oberhand gewinnen, dies sei eher eine Frage von Wochen als von Monaten. Es mache bei der Ausbreitung aber einen Unterschied, wie hoch die gesamte Zahl der Ansteckungen und die Impfquote seien.

          „Es liegt an uns“, sagte Spahn. Im Alltag gehe nun draußen „ziemlich viel“. In Innenräumen, vor allem mit vielen Menschen, sollten weiter Schutzmasken getragen werden. Reisen sei möglich. Bei der Rückkehr aus dem Urlaub sollten Familien aber kostenlose Testangebote nutzen, auch mit Blick auf den Schulbeginn nach den Ferien. Der Minister appellierte an alle Bürger, Impfangebote zu nutzen – auch für wichtige Zweitimpfungen als vollen Schutz gegen Virus-Varianten.

          Inzwischen haben rund 44 Millionen Menschen oder 52,9 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine erste Impfung bekommen, wie Spahn sagte. Den vollen Schutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach nun 28,38 Millionen Menschen oder 34,1 Prozent aller Bürger. Der Minister bekräftigte, dass mit den zu erwarteten Lieferungen bis Ende Juli allen Erwachsenen eine erste Impfung angeboten werden könne – und allen 12- bis 18-Jährigen bis Ende August. Inzwischen hätten 300.000 Kinder und Jugendliche in diesem Alter eine Impfung bekommen.

          Bundesweit sank die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag nun weiter auf 6,2. Vor einer Woche hatte diese Sieben-Tage-Inzidenz bei 10,3 gelegen. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte auf der Pressekonferenz mit Spahn, die aktuelle Inzidenz sei zwar eine „sehr gute, erfreuliche Entwicklung“. Auf der anderen Seite verbreite sich die hoch ansteckende Delta-Variante des Coronavirus aber weiter. Daher sei es wichtig, den vollständigen Impfschutz zu haben. „Wir wissen, dass voll Geimpfte gegen schwere Erkrankungen von Delta geschützt sind“, sagte Wieler.

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