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Umfrage : Knapp jeder Zweite für härtere Strafen bei Corona-Verstößen

  • Aktualisiert am

Mit Maske: Touristen gehen zu einem Aussichtspunkt in Pollenca, auf Mallorca. Bild: dpa

Die meisten Deutschen sind mit den Schutzmaßnahmen vor SARS-CoV-2 hierzulande zufrieden. Der Wirtschaftsrat der CDU fordert ein generelles Reiseverbot in Risikogebiete.

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          Knapp jeder Zweite ist für härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-„Deutschlandtrend“ von Infratest Dimap hervor. Demnach sind 46 Prozent der Meinung, die derzeit bestehenden Strafen gingen alles in allem nicht weit genug. 36 Prozent halten die Strafen für ausreichend. Elf Prozent sind der Ansicht, die Strafen gingen bereits zu weit.

          Die Corona-Maßnahmen selbst halten die meisten Befragten (59 Prozent) für ausreichend. Für gut ein Viertel (28 Prozent) gehen die aktuellen Alltagseinschränkungen und Auflagen nicht weit genug, für jeden Zehnten (11 Prozent) gehen sie dagegen zu weit. Die Sorge, dass man sich selbst oder dass sich Mitglieder der Familie anstecken, ist bei 71 Prozent weniger groß oder klein. Bei 28 Prozent ist diese Sorge hingegen sehr groß oder groß. Sollte es einen Impfstoff geben, würden sich 44 Prozent auf jeden Fall und 30 Prozent wahrscheinlich impfen lassen. Je 12 Prozent würden das wahrscheinlich nicht oder auf keinen Fall tun.

          In den vergangenen Tagen war über eine Erhöhung der Bußgelder etwa bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen diskutiert worden. Nordrhein-Westfalen hatte am Mittwoch eine härtere Gangart angekündigt. In den Bundesländern gelten bei dem Thema unterschiedliche Regeln.

          Derweil fordert der Wirtschaftsrat der CDU nach der Ankündigung verpflichtender Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten ein generelles Reiseverbot für solche Regionen. „Reisen in Risikogebiete müssten konsequenterweise auch untersagt werden“, sagte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des CDU-nahen Verbands, der „Bild“-Zeitung. „Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden, als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ansonsten ein erneuter Lockdown droht.“

          Kostenlose Pflicht-Tests

          Das Arbeits- und Schulleben ein zweites Mal wegen hoher Neuinfektionszahlen herunterzufahren, könne sich die Bundesrepublik „nur unter erheblichsten Schwierigkeiten nochmal leisten“. „Das muss allen klar sein. Deshalb erwarte ich von der Politik mehr vorausschauendes Handeln als jetzt bei der schon lange erwartbaren Rückreisewelle aus den Ferien“, sagte Steiger.

          Urlauber aus Corona-Risikogebieten müssen sich von diesem Samstag an bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen – kostenlos. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das nicht mehr als zwei Tage alt ist. Rückkehrer aus Risikogebieten ohne negativen Corona-Test müssen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben – eine Vorschrift, die schon bislang galt.

          Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Aktuell stehen darauf etwa 130 der weltweit knapp 200 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den Vereinigten Staaten. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste.

          Der Wirtschaftsrat der CDU ist ein eingetragener Verein mit nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Unternehmern und gilt seit 2018 nicht mehr als Sonderorganisation der CDU.

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