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Infektiologe im Interview : „Wir brauchen den Lockdown“

Medizinisches Personal versorgt einen Patienten auf der Intensivstation in Klinikum München-Schwabing. Bild: Reuters

Auf den Intensivstationen wird es eng: Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner spricht im Interview über verschobene Tumoroperationen, gefälschte Impfpässe und warum nur Lockdown und Impfpflicht aus der Pandemie führen.

          6 Min.

          Herr Professor Wendtner, Sie sind Chefarzt der Infektiologie in der München Klinik Schwabing. Zu Ihnen kamen 2020 die ersten bestätigten deutschen Corona-Patienten. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben Sie rund 3200 Corona-Patienten in den fünf Häusern der München Klinik behandelt. Viele Krankenhäuser in Bayern wissen kaum mehr wohin mit ihren Patienten, die eine intensivmedizinische Betreuung brauchen. Ist das nicht jeden Tag schon Triage: Wer kann bleiben, wer muss warten, wer wird verlegt?

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Triage ist ein großes Wort, aber natürlich, an jedem Tag muss jetzt priorisiert werden, auch bei uns in München. Wir haben hier in Schwabing noch ein Reanimationsbett frei, das steht im Schockraum. Jetzt haben wir auch viele Leukämiepatienten. Da kann es jederzeit zu einem lebensbedrohlichen Notfall kommen, oft nachts. Und da müssten wir dann den Patienten, der uns vertraut, dass er hier in den besten Händen ist, in einer nächtlichen Aktion in eine unserer Partnerkliniken verlegen, weil wir die interne Versorgung nicht mehr zu jedem Zeitpunkt garantieren können.

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