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Corona-Pandemie : Fünf Millionen Infizierte in Indien

Indien ist nach den USA das weltweit am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Bild: dpa

Indien überschreitet die Schwelle von fünf Millionen Infizierten. Das Gesundheitsministerium meldete mehr als 90.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Trotzdem hält die Regierung an ihrem Plan fest, die Beschränkungen weiter zu lockern.

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          Nach den Vereinigten Staaten ist Indien das zweite Land, in dem seit Beginn der Pandemie mehr als fünf Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, waren in den vorangegangenen 24 Stunden wieder mehr als 90.000 Fälle dazugekommen. Indien ist damit das Land mit dem nach totalen Zahlen höchsten Zuwachs an Infektionen auf der ganzen Welt. Allein in der vergangenen Woche waren rund 600.000 Fälle hinzugekommen.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der Anstieg bei den Infektionen dürfte zum Teil auch auf die erhöhte Testrate zurückzuführen sein. Zurzeit führt Indien täglich mehr als 1,1 Millionen Tests durch. Angesichts einer Bevölkerung von 1,35 Milliarden Menschen ist der Anteil der Infizierten in Indien immer noch geringer als in einigen anderen Ländern. Gleichzeitig legen Antikörper-Studien eine hohe Dunkelziffer nahe. Demnach könnte in der Hauptstadt Delhi schon im Juli fast ein Drittel der Bevölkerung Antikörper gegen das Coronavirus im Blut gehabt haben. In einigen Slumregionen Bombays waren es demnach sogar 57 Prozent.

          Ungewöhnlich niedrige Todesrate

          Ähnliches gilt für die Todesrate, die mit 1,6 Prozent deutlich niedriger liegt als in den Vereinigten Staaten und Brasilien. Das wird unter anderem mit der jungen Bevölkerung begründet. So sollen auch 92 Prozent aller Betroffenen in Indien einen milden Krankheitsverlauf haben. Die tatsächliche Zahl der Todesfälle dürfte allerdings höher liegen als der offizielle Wert von jetzt 82.066 Toten.

          Rund 60 Prozent der Fälle werden aus den fünf Bundesstaaten Andhra Pradesh, Tamil Nadu, Karnataka, Maharashtra und Uttar Pradesh gemeldet. Maharashtra verzeichnet allein sogar fast 30 Prozent. Aus verschiedenen Regionen wird nun berichtet, dass der Sauerstoff zur Versorgung von Intensivpatienten knapp wird. Etwa sechs Prozent der Patienten benötigen eine Behandlung mit Sauerstoff. Der Regierung zufolge gibt es mehr als 30 Impfstoffkandidaten, von denen sich drei im fortgeschrittenen Versuchsstadium befinden.

          Als ein Grund für die starke Verbreitung des Virus wird immer häufiger die im März erlassene strenge Ausgangssperre genannt. Sie hatte dazu geführt, dass die Wanderarbeiter aus den Großstädten zu Beginn der Pandemie in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt waren. Die Regierung verteidigte den Schritt noch einmal. So sagte der Gesundheitsminister am Dienstag im Parlament, der Lockdown habe 1,4 bis 2,9 Millionen Infektionen und 37.000 bis 78.000 Todesfälle verhindert. Trotz der ansteigenden Infektionskurve hält die Regierung an ihrem Plan fest, die Beschränkungen weiter zu lockern, um die schwer angeschlagene Wirtschaft wiederzubeleben.

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