https://www.faz.net/-guw-a9cd3

In Österreich : Tod einer Krankenschwester wird untersucht

Der frühere Innenminister Herbert Kickl wurde angezeigt, weil er bei einer Demonstrationen gegen Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben soll. Bild: dpa

Nach dem Tod einer Krankschwester wird in Österreich eine Charge des Impfstoffs von Astra-Zeneca nicht mehr verimpft. Bislang gibt es aber keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang.

          1 Min.

          In Österreich wird untersucht, ob der Tod einer Krankenschwester mit einer vorherigen Impfung zusammenhängen könnte. Die für Sicherheit im Gesundheitswesen zuständige Behörde teilte am Wochenende mit, es gebe bislang keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang. Bis zum Abschluss der Untersuchung werde jedoch die entsprechende Charge des Stoffs von Astra-Zeneca nicht verimpft.

          Stephan Löwenstein
          (löw.), Politik

          Anlass ist, dass im niederösterreichischen Klinikum Zwettl zwei Meldungen in enger zeitlicher Folge nach einer Impfung aus der betreffenden Charge ergangen waren. Eine 49 Jahre alte Krankenschwester war voriges Wochenende infolge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben. Zehn Tage zuvor hatte sie eine erste Teilimpfung erhalten. Eine 35 Jahre alte Frau hatte – gleichfalls einige Tage nach einer Impfung – eine Lungenembolie entwickelt, doch habe sich ihr Zustand inzwischen gebessert.

          Die Gesundheitsbehörde wies darauf hin, dass in den vorliegenden Studien zum Impfstoff von Astra-Zeneca keine „besorgniserregenden Daten oder Signale“ in Bezug auf thrombotische Ereignisse vorlägen. Wegen des zeitlichen Zusammenfallens sei aber eine Obduktion der Verstorbenen angeordnet worden, „um die Todesursache lückenlos aufzuklären“. Das werde noch einige Tage in Anspruch nehmen. Die rechte Partei FPÖ forderte, den Impfstoff von Astra-Zeneca überhaupt nicht mehr zu verwenden, bis ein Zusammenhang mit Sicherheit ausgeschlossen worden sei.

          Unterdessen wurden mehrere FPÖ-Politiker angezeigt, darunter der Fraktionsvorsitzende und frühere Innenminister Herbert Kickl, weil sie bei Demonstrationen am Samstag gegen Corona-Schutzmaßnahmen verstoßen haben sollen. Eine Kundgebung der FPÖ im Wiener Prater war zudem eskaliert, als nach dem offiziellen Ende die Polizei die Personalien von Personen aufnehmen wollte.

          Laut Polizeibericht drang „eine größere Zahl“ an Personen in die Tiefgarage eines nahen Versicherungsgebäudes ein. Ein dortiger Sicherheitsmitarbeiter wurde schwer verletzt und erlitt einen Beinbruch. Dabei wurden 22 Personen wegen des Verdachts „diverser strafrechtlicher Delikte“ (etwa Hausfriedensbruch) festgenommen. Vier Polizisten wurden bei ihrem Einsatz am Samstag verletzt. Insgesamt gab es im Zusammenhang mit verschiedenen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen 60 Strafanzeigen und 3000 verwaltungsrechtliche Anzeigen.

          Weitere Themen

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff. Wie sich die Infektionszahlen im In- und Ausland entwickeln – unsere Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          Topmeldungen

          Schottlands Zukunft : Gekauft für englisches Gold

          Schon der schottische Dichter Robert Burns sah seine Landsleute ruiniert durch ein fehlgeschlagenes Kolonialabenteuer der Engländer. Wie ist die Stimmung heute, am Tag der schottischen Wahl, zwischen Politikern, Historikern und dem Volk?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.