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Mehr als 100.000 Tote : Johnson: Übernehme „volle Verantwortung“ für Corona-Maßnahmen

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Spricht angesichts von mehr als 100.000 Corona-Toten in seinem Land von einer „finsteren Statistik“: Großbritanniens Premier Boris Johnson Bild: Reuters

Als erstes Land in Europa verzeichnet Großbritannien mehr als 100.000 Corona-Tote. Premier Johnson zeigt sich tieftraurig über die „finstere Statistik“. Bis die Zahl der Todesfälle sinke, werde es noch lange dauern, warnt ein Berater.

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          In Großbritannien sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 100.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Toten um weitere 1631 und erreichte damit 100.162 Todesfälle. Großbritannien ist damit das erste Land in Europa, das diese Marke überschreitet. Premierminister Boris Johnson sagte, er übernehme die „volle Verantwortung“ für alles, was die Regierung in der Corona-Krise unternommen habe.

          „Ich bin sehr traurig für jedes Leben, das verloren gegangen ist“, sagte Johnson an seinem Londoner Amtssitz. Zu Beginn der Pandemie hatte er sich noch gebrüstet, Corona-Kranken im Krankenhaus die Hand zu reichen. Nun sagte er, es sei schwer, die Trauer über die „finstere Statistik“ in Worte zu kleiden. „Meine Gedanken sind bei jedem, der eine geliebte Person verloren hat“, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. „Hinter diesen herzzerreißenden Zahlen stehen Freunde, Familien und Nachbarn“.

          Die Hoffnungen Großbritanniens, das derzeit die dritte Corona-Welle erlebt, richten sich vor allem auf die Impfkampagne. Inzwischen erhielten bereits 6,8 Millionen Menschen eine erste Impfdosis. Die Anti-Corona-Politik von Johnsons Regierung ist seit Beginn der Pandemie umstritten. Der Abstand zwischen den beiden Anti-Corona-Impfungen wurde inzwischen auf zwölf Wochen verlängert, um mehr Erstimpfungen gewährleisten zu können.

          Nach einem massiven Anstieg der Fallzahlen im Zusammenhang mit der neuen Variante B.1.1.7 im Dezember verzeichnete das Land die weltweit höchste tägliche Covid-Todesrate. Seit Beginn des Jahres gilt abermals ein harter Lockdown zur Eindämmung der außer Kontrolle geratenen Lage. Trotz mittlerweile wieder sinkender Fallzahlen, werde es lange dauern, bis auch die Todeszahlen merklich abnähmen, warnte der medizinische Regierungsberater, Chris Whitty. Es werde voraussichtlich noch „ziemlich viele weitere Tote“ geben. In der vergangenen Woche wurden im Schnitt pro Tag jeweils mehr als 1200 Corona-Tote gemeldet. Der britische Oppositionsführer und Chef der Labour-Partei, Keir Starmer, bezeichnete den Meilenstein von 100.000 Toten als „nationale Tragödie“.

          Die Krankenhäuser stehen in vielen Teilen des Landes weiterhin massiv unter Druck, derzeit werden mehr Covid-19-Patienten künstlich beatmet als zu jedem anderen Zeitpunkt der Pandemie.

          Die Zahl der Corona-Erkrankungen in Großbritannien stieg inzwischen auf 3,7 Millionen. Der erste Todesfall wurde am 5. März 2020 registriert. Damals waren die Behörden davon ausgegangen, es wäre ein „gutes Ergebnis“, die Zahl der Todesfälle unter 20.000 zu halten.

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