https://www.faz.net/-guw-a04m2

Nach Corona-Ausbruch : Hunderte Schulkinder in Göttingen müssen in Quarantäne

  • Aktualisiert am

Einsatzkräfte der Polizei stehen vor dem Hochhaus-Komplex Iduna-Zentrum. Bild: dpa

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen müssen mehrere hundert Schulkinder für zwei Wochen in Quarantäne. Der Vorsitzende des Stadtschülerrats sagt: „Das bedeutet weitere soziale Abschottung. Die ist schwer zu ertragen.“

          1 Min.

          Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen müssen voraussichtlich mehrere hundert Schulkinder für zwei Wochen in Quarantäne. Betroffen seien die Klassen der Kinder, die sich in Folge von Regelverstößen bei Privatfeiern zum muslimischen Zuckerfest mit dem Virus infiziert hatten, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) am Freitag. Unter den bislang 120 Infizierten im Zusammenhang mit den Privatfeiern befinden sich 39 Schülerinnen und Schüler.

          Für alle Kinder und Jugendlichen, die nun in Quarantäne müssen, sei dies ein großes Problem, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Stadtschülerrats, Tim Wiedenmeier. „Das bedeutet weitere soziale Abschottung. Die ist schwer zu ertragen.“ Wie viele Jungen und Mädchen genau betroffen sind, konnte ein Stadtsprecher zunächst nicht sagen.

          Unabhängig von den Quarantäne-Maßnahmen sollen die Göttinger Schulen, die wegen des Corona-Ausbruchs allesamt geschlossenen wurden, ab Montag den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen, sagte Sozialdezernentin Broistedt. Die Schulen erhielten dazu einen umfangreichen Katalog mit Verhaltensmaßregeln.

          Viele Bewohner nicht offiziell im Haus gemeldet

          Unterdessen hat die Stadt mit einem dreitägigen Massentest in dem Hochhauskomplex begonnen, der als Schwerpunkt des Corona-Ausbruchs gilt. Daran hätten sich am ersten Tag knapp 220 Bewohner beteiligt. Die Menschen seien sehr kooperativ gewesen, sagte ein Verwaltungssprecher. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nach Angaben der Polizei nicht. Die Beamten waren vor Ort, weil die Verwaltung angekündigt hatte, die verbindliche Teilnahme an dem Test zur Not mit Hilfe der Polizei durchzusetzen.

          In dem Wohnkomplex sind nach Angaben der Stadt rund 600 Menschen gemeldet. Die Behörden vermuten allerdings, dass dort noch sehr viel mehr Personen leben. Wie sichergestellt werden kann, dass auch die nicht gemeldeten Bewohner zum Test erscheinen, blieb offen. Unabhängig davon wurden am Freitag in Göttingen auch rund 250 Bewohner und Mitarbeiter eines Altenheims getestet, nachdem sich ein Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatte.

          Weil viele Mitglieder der Großfamilien aktiv Sport treiben, hatte die Stadt in dieser Woche allen Göttinger Sportvereinen den Trainings- und Wettkampfbetrieb untersagt. Weitere mögliche Einschränkungen machte die Verwaltung vom Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig. Gefragt, wie er die Lage einschätze, hatte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Donnerstagabend geantwortet: „Die Ampel steht auf dunkelgelb.“

          Weitere Themen

          Ein Test ist nicht genug

          Reiserückkehrer : Ein Test ist nicht genug

          Das Robert-Koch-Institut zeigt sich alarmiert: Immer mehr Menschen stecken sich mit Corona an. Einige Länder wollen Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten mehrfach testen.

          Topmeldungen

          Am Donnerstag befasste sich der hessische Landtag mit der mutmaßlichen Korruptionsaffäre bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. (Archivbild)

          Oberstaatsanwalt im Verdacht : War der Korruptionsjäger selbst korrupt?

          Hessens Justizministerin reagiert auf die Korruptionsaffäre bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft. Der Leiter jener Stelle, die gegen Korruption im Gesundheitswesen kämpfte, soll „die Seiten gewechselt“ haben. Jetzt wird die Einheit aufgelöst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.