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Länder lockern Corona-Regeln : Empfehlungen statt Verbote

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Daumen hoch für Lockerungen: Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern Bild: dpa

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt wird durch eine Empfehlung ersetzt. In Hamburg werden Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern erlaubt. Und Mecklenburg-Vorpommern empfängt wieder Tages-Busreisen. Die Lockerungen im Überblick.

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          Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt läuft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die das Kabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

          Mit der neuen Verordnung setzt die Landesregierung mehrere Lockerungen um, Verbote werden immer mehr zur Ausnahme. So bleiben etwa Diskotheken und Bordelle geschlossen. Großveranstaltungen sollen weiterhin bis mindestens 31. Oktober untersagt bleiben. Grundsätzlich verboten sind außerdem Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen.

          Private Feiern mit bis zu 50 Teilnehmern sind hingegen erlaubt. Wer mehr einladen möchte, muss die Party professionell organisieren lassen und draußen feiern: Zu Trauungen, Trauerfeiern, Vereins- oder Parteiveranstaltungen unter freiem Himmel dürfen bis zu 1000 Menschen kommen. Auch Jahrmärkte sind erlaubt, wenn nicht gleichzeitig mehr als 1000 Gäste kommen. Ab dem 29. August darf auch in geschlossenen Räumen im größeren Rahmen gefeiert werden, wenn die Feiern professionell organisiert werden. So will die Landesregierung zum Start des neuen Schuljahres Einschulungsfeiern ermöglichen.

          Auch Hamburg lockert

          Gut drei Monate nach dem Corona-Lockdown sind auch in Hamburg wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Teilnehmern im Freien und 650 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt. An Feiern in privaten Räumen dürfen bis zu 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten teilnehmen. Das sieht eine am Dienstag vom rot-grünen Senat beschlossene neue Corona-Eindämmungsverordnung vor, die ab 1. Juli gelten soll.

          Voraussetzung für Veranstaltungen sind Schutzkonzepte etwa für das Rein- und Rauskommen, feste Sitzplätze und die Möglichkeit der Kontaktverfolgung. Ohne feste Platzvergabe sind im Freien maximal 200 und in Räumen 100 Personen zulässig. Wird Alkohol ausgeschenkt, muss die Teilnehmerzahl jeweils halbiert werden. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben weiter untersagt.

          Musikclubs, Diskotheken, Bordelle, Saunas und andere Betriebe, in denen es zu besonderer körperlicher Nähe komme, müssten auch weiterhin geschlossen bleiben. Sämtliche Schwimmbäder dürfen dagegen wieder öffnen, auch Tanzschulen können wieder Kurse anbieten. Die Maskenpflicht bleibt sowohl im öffentlichen Nahverkehr wie auch im Einzelhandel bestehen. Im öffentlichen Raum dürfen weiterhin zehn Personen ohne Mindestabstand zusammenkommen. Neu sei, dass die Beschränkung auf zwei Haushalte wegfalle, sagte die neue Gesundheitsstaatsrätin Melanie Schlotzhauer (SPD).

          Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Tages-Busreisen

          Mecklenburg-Vorpommern öffnet sich unterdessen weiter für Touristen. In einer sechsstündigen Kabinettsklausur am Dienstag in Schwerin verständigte sich die Ministerrunde nach dpa-Informationen darauf, dass Busreisegruppen aus anderen Bundesländern spätestens ab 10. Juli wieder Tagesfahrten in den Nordosten unternehmen dürfen. Individueller Tagestourismus aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern mit Bahn oder Auto bleibt aber weiterhin untersagt.

          Hintergrund ist, dass die Behörden im Fall von Corona-Infektionen wissen wollen, wer im Land gewesen ist, um Infektionsketten aufspüren zu können. Busreise-Unternehmen haben die Daten ihrer Reisegäste. Urlauber aus anderen Bundesländern, die in Mecklenburg-Vorpommern übernachten, dürfen bereits seit dem 25. Mai wieder im Nordosten sein.

          Zudem können sich die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen im öffentlichen Raum treffen. Die Obergrenze von zehn Personen laufe am 10. Juli aus und werde nicht verlängert, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Allerdings bleibe das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören. Ebenso bleibe die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch.

          Auch in Bayern wird gelockert: Die Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen soll fallen. In Hessen sollen die Schulen nach den Sommerferien zum gemeinsamen Präsenzunterricht zurückkehren. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kündigte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden an.

          In Nordrhein-Westfalen sollen Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote auch über den 15. Juli hinaus Bestand haben. Darüber hinaus sprach sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gegen Straßenfeiern zum traditionellen Karnevalsauftakt am 11.11. aus: „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge – das passt nicht in diese Zeit.“

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