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Coronavirus : Ethikratmitglied fordert Impfpflicht für Lehrkräfte und Kita-Personal

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Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze. Bild: dpa

Das Personal an Schulen und Kitas sollte laut dem Humangenetiker Wolfram Henn zur Impfung verpflichtet werden. Die Grünen lehnen harte Freiheitseingriffe für Ungeimpfte ab.

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          Der Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat hat eine Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas gefordert. „Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hineinbegibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung“, sagte Henn der Zeitung Rheinische Post vom Montag. „Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen.“ Lehrkräfte, Erzieher und Erzieherinnen sollten vor allem Kinder unter zwölf Jahren schützen, die keine Impfung bekommen könnten.

          Zwar hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid zu erkranken, man müsse aber weiter damit rechnen, „dass sie das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren“, sagte der Humangenetiker. Als Beispiel nannte er der Zeitung zufolge etwa Krebspatienten in Familien, die aufgrund akuter Therapien noch gar nicht geimpft werden konnten. Diese Gruppe gelte es jetzt durch eine Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen zu schützen. Eine allgemeine Impfpflicht lehnte Henn aber ab.

          „Freiheit darf kein Privileg sein“

          Die Grünen sprachen sich gegen harte Freiheitseingriffe für Menschen ohne Impfung aus. „Freiheit darf kein Privileg derjenigen mit gutem Zugang zum Gesundheitswesen sein“, sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche der Rheinischen Post. Sie forderte die Bundesregierung auf, „endlich eine mehrsprachige und zielgruppengerechte Informationskampagne zu starten“.

          Entgegen aller Erwartungen vor einem Jahr seien derzeit schon sehr viele Menschen in Deutschland geimpft. „Aber gerade jüngere Menschen ohne Priorisierung warten noch auf die Zweit- oder sogar Erstimpfung“, betonte die Grünen-Politikerin. Manche Menschen seien von der Impfkampagne noch gar nicht erreicht worden.

          Zuvor hatte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte gefordert. Nicht-Geimpften solle der Zugang etwa in Stadien oder ins Schwimmbad verwehrt werden, sagte Heinz der „Rhein-Zeitung“.

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