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Historiker zu Kriegsanalogien : „Die Pandemie ist kein Weltkrieg“

Kein Krieg, aber Militäreinsatz: Brasilien hat per Notfallzulassung die Corona-Impfstoffe von Sinovac und Astra-Zeneca freigegeben, sodass die Luftwaffe mit der Verteilung der ersten Dosen beginnen konnte. Bild: Getty

Immer wieder sagen Staatsoberhäupter, man befinde sich im „Krieg mit dem Coronavirus“. Der Historiker Gerd Krumeich erklärt, was es mit den Kriegsanalogien auf sich hat und spricht über das verlernte Leiden.

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          Herr Professor Krumeich, der künftige amerikanische Präsident Joe Biden sagt, wir seien mit dem Coronavirus „im Krieg“. Boris Johnson und Emmanuel Macron haben das ähnlich formuliert. Was sagt der Militärhistoriker dazu?

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Im Krieg stehen heißt wohl für diese Politiker, dass unsere Gesellschaften eine lebensbedrohliche Gefahr zu meistern haben. Tatsächlich sind die Todeszahlen immens, das Coronavirus hat in Amerika mehr Menschenleben gefordert als der Erste Weltkrieg und die Kriege in Korea und Vietnam zusammengenommen. In Deutschland gibt es mehr Corona-Tote, als Soldaten im Krieg gegen Frankreich 1870/71 gefallen sind. In normalen Jahren, in „Friedenszeiten“, sterben bei uns täglich etwa 2500 Personen. Jetzt haben wir an manchen Tagen fast halb so viele Corona-Tote. Kein Wunder, dass das manchen an Kriegszeiten erinnert.

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