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Inzidenz in Hessen bei 158,4 : Hessen will gegen „Verschwendung“ von Impfterminen vorgehen

Beschleunigung angestrebt: Hessen führt eine Nachrückerliste ein für Astra-Zeneca.. Bild: dpa

Von Montag an wird getestet an hessischen Schulen. Das könnte die Meldezahlen zunächst nach oben treiben. Aber mittelfristig soll ein Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet werden. Lehrer und Eltern haben aber Bedenken.

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          Von Montag an wird im Kampf gegen Corona auch an Schulen getestet, das könnte die positive fallende Tendenz bei der Inzidenz wieder kurzzeitig umkehren, da zusätzliche Tests symptomfreie Infektionen erkennen könnten. Mittelfristig sollte das Testen indes zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Nicht nur Lehrergewerkschaften wenden sich indes gegen das Testen im Unterricht. Auch Elternvertreter melden Bedenken an, wie beispielsweise im Main-Kinzig-Kreis. Unstrittig ist derweil die Empörung über jene, die Impftermine einfach verstreichen lassen. Hessen will gegen die „Verschwendung“ von Terminen nun vorgehen, indem es Nachrückerlisten geben soll. Für diese kann man sich nun registrieren und bekommt möglicherweise erstaunlich schnell einen Termin, wenn man über 60 Jahre alt ist.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach mehreren anderen hessischen Kommunen führt auch Offenbach eine Corona-Impfbörse für den Impfstoff von Astrazeneca ein. Dort könnten sich Impfberechtigte der ersten beiden Priorisierungsgruppen sowie über 60-Jährige registrieren lassen, teilte die Stadt am Samstag mit. Die Impfspringer erhalten einen Termin, wenn andere ihren nicht wahrgenommen haben und Dosen kurzfristig verfügbar werden. Auch andere Kommunen hatten neben der zentralen Terminvergabe des Landes eigene Impfbörsen eingerichtet, etwa der Odenwaldkreis oder der Kreis Kassel.

          Bislang hätten die Impfzentren die Anweisung des Landes gehabt, als Ersatz für ausgefallene Termine kurzfristig neue Termine in das hessenweite Anmeldesystem einzuspielen, erläuterte die Stadt Offenbach. „Dies führte dazu, dass Impfstoffe zum Teil länger als geplant für die neuen zusätzlichen Termine aufbewahrt werden mussten und die Impfungen nicht schnell genug voranschritten.“ Insbesondere geplante Impfungen mit Astra-Zeneca fielen immer mal wieder aus, weil Berechtigte nicht zu ihrem Termin erscheinen oder noch vor Ort die Spritze verweigerten. Impfspringer müssten bei ihrer Registrierung verbindlich festlegen, dass sie sich auch mit diesem Serum impfen lassen wollen.

          Nötig ist die Beschleunigung beim Impfen: In Hessen sind binnen eines Tages 1553 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht wurden, erhöhte sich um 11 auf insgesamt 6596, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts vom Samstag hervorgeht (Stand 3.08 Uhr). Die Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - ging auf 158,4 zurück, nach 164,6 am Vortag.

          Mainz auf Weg über die 200

          Spitzenreiter in den Regionen war der Kreis Fulda mit einer Inzidenz von 281,9, gefolgt vom Kreis Hersfeld-Rotenburg (267,6). Insgesamt wiesen sieben Kreise sowie die Stadt Offenbach Werte über 200 auf, auch Mainz ist auf dem Weg über diese Marke, offiziell liegt die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt indes noch bei 199. Der Anstieg könnte dort mit dem Testen in den Schulen zusammenhängen, das bereits seit dieser Woche praktiziert wird, da in Rheinland-Pfalz die Ferien früher zu Ende waren als in Hessen.  Am niedrigsten war die Inzidenz in der Stadt Darmstadt mit 103,8. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hessen insgesamt 242.061 Infektionen mit dem Coronavirus registriert.

          Hessenweit sind bis einschließlich Freitag mehr als 1,52 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. 1,08 Millionen Menschen erhielten bislang die erste Dosis, was einer Impfquote von 17,2 Prozent entsprach. Vollständig geimpft sind rund 441 000 Hessen (Quote: 7,0).

          Auf den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser lagen nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin von Samstag (09.19 Uhr) 441 Covid-19-Patienten, von denen 211 beatmet wurden. 1756 von 1958 verfügbaren Intensivbetten waren belegt, auch von Menschen mit anderen Krankheiten.

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