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Impfen in Hausarztpraxen : „In der Praxis benötigen wir zehn Minuten pro Patient“

Eine Impfung im Impfzentrum: Nach Ostern sollen auch Hausärzte in Deutschland Impfstoff bekommen. Bild: dpa

Nach Ostern sollen die Hausärzte in Deutschland impfen dürfen – viel zu spät, meint Hausarzt Stefan Monkowski. Im Interview erklärt er, warum er und seine Kollegen viel schneller wären als die bürokratischen Impfzentren.

          5 Min.

          Herr Monkowski, Sie sind Hausarzt im hessischen Butzbach und durften im Rahmen eines Pilotprojekts schon impfen – eine Woche lang. Dann gab es für Sie keinen Impfstoff mehr von der Kommune, kurz danach dann die Nachricht, dass Astra-Zeneca seine Lieferungen nicht einhalten werde. Zudem wurde der Impfstoff vorläufig aus dem Verkehr gezogen und dann wieder zugelassen. Wie haben Sie diese Woche in der Praxis erlebt?

          Johanna Dürrholz
          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin
          Lucia Schmidt
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das war eine Riesenenttäuschung, es gab auch von den Patienten großes Unverständnis über all die Nachrichten. Wir hatten bereits 150 Patienten in der Praxis geimpft und über 100 weitere Impftermine ausgemacht. Die mussten wir dann alle telefonisch absagen. Wir hatten erst versucht, die Termine um eine Woche zu verschieben, doch dann hieß es schon, dass es auch in der kommenden Woche keinen Impfstoff geben würde, weil Astra-Zeneca den Vertragsverpflichtungen nicht nachkommen würde. Und dann kam die Entscheidung Jens Spahns, der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts zu folgen. Das war für uns überraschend und enttäuschend, weil das, gelinde gesagt, eine unglückliche Entscheidung war. Die nun ja auch wieder rückgängig gemacht wurde. Man hätte direkt genauer hinsehen müssen, wer von den Thrombosen betroffen war.

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