https://www.faz.net/-guw-a3ysi

Großveranstaltungen abgesagt : Die schwäbisch-alemannische Fastnacht fällt aus

Die Narren müssen 2021 wohl am Boden bleiben: ein Teilnehmer des „Narrensprungs“ 2020 in Rottweil Bild: dpa

Im Südwesten hat man schon entschieden: Die kommende Fastnacht wird mangels Hygienekonzepten ohne große Umzüge, Bälle und Narrentreffen stattfinden. Bei kleinen Veranstaltung sei hingegen Kreativität gefragt.

          1 Min.

          Den „großen Narrensprung“ im oberschwäbischen Bad Waldsee im Februar oder die „Bach-na-Fahrt“ in Schramberg im Schwarzwald, wo Mitglieder der Fastnachts-Zunft in Zubern die Schiltach herunterfahren, wird es Anfang 2021 nicht geben. Alle Großveranstaltungen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht können wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. „Für solche Großveranstaltungen gibt es kein Hygiene-Konzept. Große Umzüge, große Narrentreffen oder große Bälle werden nicht stattfinden. Die Fastnachts-Zünfte und Vereine müssen sich überlegen, was in dieser Krise möglich ist“, sagt Roland Wehrle, Präsident der „Vereinigung der Schwäbischen-Alemannischen Narrenzünfte“ (VSAN).

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Ein Konzert einzelner Zunftmitglieder vor dem Altenheim zum Beispiel oder eine kleine Veranstaltung für Kinder unter Einhaltung des Abstandsregeln könne möglich sein. „Es sind neue Formate gefragt, es kann die kreativste Fastnacht seit Jahrzehnten werden“, sagt Wehrle. Auf die Absage aller großen Umzüge und Veranstaltungen hatten sich die VSAN sowie die Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen Narrenverbände am Mittwoch verständigt. Im Dezember will die Vereinigung gemeinsam mit dem baden-württembergischen Innenministerium die Infektionslage noch einmal aktuell bewerten.

          Ein generelles Alkoholverbot hält Wehrle nicht für notwendig, aber die Städte und Gemeinden müssten entscheiden, ob sie an bestimmten Plätzen ein lokales Alkoholkonsumverbot aussprechen wollten. „Alkohol gehört zur Fasnacht. Exzesse wollen wir nicht.“

          Die Vereinigung schätzt, dass die Tourismusindustrie und die Veranstalter in der Fastnachtssaison einen Umsatz von 500 Millionen Euro machen. So groß ist beim rheinischen Karneval allein der Umsatz in Köln. Aus Wehrles Sicht haben die schwäbisch-alemannischen Fastnachtszünfte während der Pandemie einen Vorzug: Die Vorbereitung der Umzüge sei weniger aufwändig, Umzugswagen, deren Gestaltung bis zu 100.000 Euro kosten kann, gibt es nur beim rheinischen Karneval.

          Weitere Themen

          Corona-Impfprozess dauert mindestens vier Jahre

          Gesundheitsexperte : Corona-Impfprozess dauert mindestens vier Jahre

          Der ehemalige Vizechef des Sachverständigenrats Gesundheit rechnet im besten Fall mit einer Corona-Impfkampagne von 1000 Tagen. Bei Polio habe man Jahrzehnte benötigt. Derweil warnt Weltärztepräsident Montgomery davor, die Verteilung der Impfdosen zu früh zu regeln.

          Topmeldungen

          Islamistischer Mord an Lehrer : Die Angst regiert

          „Die Lehrer sind Zielscheiben“: Nach dem Mord an Samuel Paty kann Frankreich die islamistische Bedrohung von Schulen nicht länger leugnen. Wird das Land auch diesmal versuchen, seine Konflikte in Erinnerungspolitik aufzulösen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.