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Angst vor Coronavirus-Folgen : Große Nervosität an Öl- und Rohstoffmärkten

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Ein Saudi-Aramco-Mitarbeiter in Abqaiq in Saudi Arabien Bild: Reuters

Der Ölpreis ist unter Druck. Im Ringen um Förderkürzungen unterliegt Saudi-Arabien gegen Russland. Derweil lehnen chinesische Importeure Lieferungen wegen der Folgen der Epidemie ab.

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          Das Coronavirus sorgt auch auf dem Ölmarkt für Turbulenzen. Drei Tage, und damit länger als geplant, verhandelte eine Expertenrunde der Mitgliedstaaten des Opec-Kartells und anderer großer Ölfördernationen in Wien, ob man aufgrund der Epidemie die Ölproduktion weiter senken solle. Am Donnerstag berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg zunächst, man habe sich auf die Empfehlung geeignet, die tägliche Fördermenge um 600.000 Barrel (159 Liter) zu kürzen.

          Doch dann hieß es wieder von Russlands Energieminister Alexander Nowak, man benötige mehr Zeit, die Auswirkungen der Epidemie zu prüfen. Mit dieser Begründung verhinderte Russland vom Beginn der Beratungen an eine Beschlussfassung – und bereitete damit dem großen Konkurrenten Saudi-Arabien eine Niederlage. Der habe auf eine Förderkürzung von 800.000 bis eine Million Barrel gedrängt, heißt es. Saudi-Arabien braucht einen Ölpreis von 60 Dollar, um seinen Haushalt auszugleichen.

          Der Ölpreis reagiert aktuell nervös auf jede augenscheinliche Veränderung in diesem Ringen, auch wenn Fachleute zur Auffassung neigen dass die „Opec+“ genannte Gruppe sich zwar stets schwer tue, aber noch immer einen Beschluss gefasst habe. Dennoch zeigt die Lage am Ölmarkt und an den Rohstoffmärkten derzeit eine gewisse Dramatik. Nicht nur ist ein neuer Konflikt zwischen den beiden großen Ölförderländern entstanden.

          Erstmals hat auch mit CNOOC ein chinesischer Ölimporteur unter Berufung auf höhere Gewalt am Donnerstag die Annahme von Erdgaslieferungen verweigert. Wenig später nahm aus dem gleichen Grund die Kupferschmelze Guangxi Nanguo Rohstofflieferungen nicht an. Chinas Regierung hatte in der vergangenen Woche für dieses Vorgehen schon Unterstützung angekündigt.

          BRENT

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          Die Bemühungen Saudi-Arabiens um eine Förderkürzung sind eine Reaktion auf den befürchteten Rückgang der Nachfrage. So soll China derzeit 20 Prozent weniger einführen als gewöhnlich. Parallel dazu sind die amerikanischen Lagerbestände deutlich gestiegen. Dies hat den Ölpreis stark unter Druck gebracht. Wurden zu Jahresanfang für das Barrel Nordseeöl der Sorte Brent noch rund 69 Dollar bezahlt und damit fünf Dollar mehr seit dem Kürzungsbeschluss von Anfang Dezember, sind es mittlerweile nur noch knapp 55 Dollar. Dabei hat sich der Preis seit Wochenbeginn schon stabilisiert, als die Expertenverhandlungen in Wien begonnen hatten.

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