https://www.faz.net/-guw-9zxsj

Nach Familienfeiern : Größerer Covid-19-Ausbruch in Göttingen

  • Aktualisiert am

In Göttingen sind bei Familienfeiern mehr als 100 Menschen durch Familienfeiern mit dem Coronavirus infiziert worden. (Archivbild eines Testzentrums in Göttingen) Bild: dpa

Bei privaten Familienfeiern hat sich in Göttingen das Coronavirus verbreitet. Das Gesundheitsamt kontaktiert derzeit mehr als 100 Personen. Auch in einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven stieg die Zahl der Infizierten.

          1 Min.

          Nach der Infektion Dutzender Menschen einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven mit dem Coronavirus ist nun ein weiterer größerer Ausbruch in Niedersachsen bekannt geworden. Wie eine Stadtsprecherin mitteilte, infizierten sich bei einigen größeren privaten Feiern mehrere Menschen mit dem neuen Coronavirus. Die Betroffenen seien zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. „Aus Datenschutzgründen können keine weiteren Angaben zu den Betroffenen gemacht werden“, teilte die Sprecherin mit. Die Menschen hätten sich wahrscheinlich am vergangenen Wochenende angesteckt.

          Eine abschließende Zahl an Infizierten lag zunächst nicht vor. „Derzeit werden alle Kontaktpersonen ersten Grades in Stadt und Landkreis Göttingen auf das Virus getestet, um einen Überblick über die Situation zu erlangen“, erklärte die Stadtsprecherin. Auch am Pfingstwochenende solle getestet werden. Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewege sich im dreistelligen Bereich. Unter den Kontaktpersonen seien auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen seien bereits informiert.

          Das Gesundheitsamt verfolge am Wochenende unter Hochdruck die Infektionsketten, Quarantäneverfügungen würden umgehend erstellt. Nach Mitteilung von Samstag sind in Stadt und Landkreis Göttingen derzeit 100 Personen an Covid-19 erkrankt, 17 mehr als am Vortag.

          Nicht an Quarantäneauflagen gehalten

          Die „Hessische Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) berichtete, dass am Freitag eine unter Quarantäne stehende Person in Göttingen von Ordnungsamt und Polizei zum Gespräch mit einem Richter gebracht wurde, weil die Person mehrfach gegen die Quarantäneauflagen verstoßen und sich in der Innenstadt von Göttingen aufgehalten habe.

          Ob es hier einen Zusammenhang mit den neuen Corona-Ausbrüchen gebe, könne weder gänzlich ausgeschlossen noch bestätigt werden, hieß es dazu von der Stadt.

          Infektionen in Pfingstgemeinde in Bremerhaven

          Unterdessen stieg in Bremerhaven die Zahl der Infizierten aus der Pfingstgemeinde am Samstag weiter an. Mit Stand 13.45 Uhr gab es am Samstag mindestens 54 bestätigte Fälle, zehn mehr als am Vortag, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Aus dem benachbarten Landkreis Cuxhaven seien dazu am Samstag keine Zahlen geliefert worden. Die Gläubigen hatten sich offenbar bei Gottesdiensten infiziert. „Der Bremerhavener Krisenstab ist im Gespräch mit der Leitung der Religionsgemeinschaft mit dem Ziel der Präventionsarbeit“, hieß es.

          Erst vor einer Woche war bekanntgeworden, dass sich bei der Eröffnung eines Restaurants im Kreis Leer zahlreiche Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert hatten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Peter Beuth (CDU) und Janine Wissler (Die Linke) im Hessischen Landtag (Archivbild)

          Wieder „NSU 2.0“-Drohmails : Wer wann was wusste

          Schon wieder Hessen, schon wieder NSU 2.0., schon wieder ein Polizeirechner, von dem private Daten abgerufen wurden: Nicht nur für Innenminister Beuth, der von einem rechtsextremen Netzwerk lange nichts wissen wollte, wird die Drohbriefaffäre zunehmend ungemütlich.
          Die Hagia Sophia in Istanbul

          Debatte um Hagia Sophia : Erdogan, der „zweite Eroberer Istanbuls“?

          Die Hagia Sophia in Istanbul kann wieder eine Moschee werden. In der Türkei gibt es keinen Zweifel, dass Präsident Erdogan bald ein entsprechendes Dekret unterzeichnet. Seine Kritiker sehen die Debatte als nationalistische Selbstinszenierung – und als Ablenkungsmanöver.
          Paschal Donohoe (r.) mit Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna

          Wahl des Eurogruppen-Chefs : Eine Niederlage für Olaf Scholz

          Die überraschende Wahl des Iren Paschal Donohoe zum neuen Chef der Eurogruppe bringt in Europa vieles durcheinander. Bundesfinanzminister Olaf Scholz gratuliert ihm nicht. Er hatte auf eine Spanierin gesetzt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.