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Freibäder und Corona : Trotz Unsicherheit laufen die Vorbereitungen

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Ahmad Alexander, Schwimmmeister in Ochtrup, macht das Bergfreibad für den Betrieb bereit. Bild: dpa

Die Betreiber von Freibädern wollen von der Politik wissen, wie es weitergeht: „Wir brauchen ein eindeutiges Signal“, fordert der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

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          Vor dem Start der Freibadsaison in Deutschland drängen die Betreiber wegen der Corona-Krise auf Planungssicherheit. „Wir brauchen ein eindeutiges Signal“, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), Christian Ochsenbauer. Ähnlich äußerte sich der Städte- und Gemeindebund.

          Die meisten Freibäder öffnen üblicherweise Mitte Mai – das gehe allerdings nicht von heute auf Morgen. „Das Hochfahren der technischen Anlagen und die Beprobung zur Sicherstellung der Hygiene von Badewasser und Trinkwasser benötigt bei Freibädern bis zu zwei Wochen“, sagte Ochsenbauer. Obwohl noch unklar ist, ob und wann sie öffnen dürften, liefen in vielen Betrieben die üblichen Vorbereitungen für den Saisonstart. In einigen Kommunen habe man dagegen bereits entschieden, auf die Öffnung 2020 ganz zu verzichten, sagte Ochsenbauer.

          Uwe Lübking, Sportverantwortlicher beim Städte- und Gemeindebund sagte: „Wenn man öffnen will, dann geht das nur unter sehr strengen Auflagen.“ Zum Beispiel brauche es entsprechende Hygienemaßnahmen und man müsste dafür sorgen, dass die Menschen genug Abstand zueinander halten. Auch Warteschlangen seien zu vermeiden. Als Pro-Argument für die Öffnung der Freibäder führte Lübking an, dass bei vielen Familien Urlaube ausfallen werden. Dementsprechend seien Aufenthaltspunkte vor Ort wie die Freibäder wichtig.

          Durch das Badewasser selbst könnten nach derzeitigem Wissensstand keine Coronaviren übertragen werden, hieß es von der DGfdB. Das Chlor inaktiviere Bakterien und Viren verlässlich.

          Bereits jetzt ist in den Bäderbetrieben teilweise Kurzarbeit vereinbart. Die DGfdB geht davon aus, dass zumindest die Bäder in öffentlicher Hand grundsätzlich früher oder später wieder in Betrieb genommen werden, wenn die Einschränkungen aufgehoben sind.

          Da Schwimmbäder in der Corona-Krise geschlossen bleiben, rechnet die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) künftig mit schlechteren Schwimmfähigkeiten bei Kindern. „Die Schwimmausbildung leidet natürlich unter der derzeitigen Situation“, sagte Sprecher Achim Wiese Mitte der Woche. Bereits jetzt könnten 60 Prozent der Kinder nicht richtig schwimmen, wenn sie die Grundschule verlassen.

          Wartelisten für die Schwimmausbildung seien vielerorts bereits seit längerem voll. Dies könne man, sobald die Schwimmflächen wieder zugänglich seien, auch nicht so schnell kompensieren. Bereits vor der Schließung von Schwimmbädern aufgrund der Corona-Pandemie hatte die DLRG über zu wenige und veraltete Schwimmbäder geklagt.

          Besonders kritisch blickt der DLRG auf den kommenden Sommer. „Gerade jetzt hätten viele Kinder vor dem Sommerurlaub ihre Schwimmausbildung erhalten“, sagte Wiese. Da dies nun nicht möglich sei, rechne er mit potentiell mehr Nichtschwimmern, die dieses Jahr bei schönem Wetter am Wasser seien.

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