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Testpflicht für Urlauber : Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in Regionen um Paris und Côte d’Azur

  • Aktualisiert am

Ein Spaziergang durch den Hafen ist im französischen Saint-Tropez seit dem 8. August nur mit Maske gestattet. Bild: dpa

Das Auswärtige Amt reagiert auf die hohen Corona-Fallzahlen in Frankreich – und stuft die Regionen um die Hauptstadt und die beliebte Küste Côte d’Azur als Risikogebiete ein.

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          Die französische Côte d’Azur sowie die Region Île-de-France mit der Hauptstadt Paris gelten als Corona-Risikogebiete. Das geht aus der fortlaufend aktualisierten Liste der Risikogebiete hervor, die das bundeseigene Robert Koch-Institut führt. Dort sind die Gebiete Île-de-France sowie Provence-Alpes-Côte d’Azur seit Montag aufgelistet. Eine Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium.

          Entsprechend vermeldet auch das Auswärtige Amt am Mittwochabend eine Reisewarnung für die genannten Regionen: Auf der Website warnt es vor nicht notwendigen touristischen Reisen nach Île-de-France sowie Provence-Alpes-Côte d’Azur. „In diesen Regionen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb sie zu Risikogebieten eingestuft wurden. Daraus resultiert ein verpflichtender kostenloser PCR-Test bei Einreise nach Deutschland sowie ggf. eine Quarantäneverpflichtung“, heißt es auf der Internetseite des Amtes.

          Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben. Allerdings soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft und durch eine neue Regelung ersetzt werden. Entsprechende Vorschläge legten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag nach einer Schaltkonferenz vor.

          Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

          Auch die Schweiz erwägt, eine Reisewarnung auszusprechen. Die Zahl der Fälle nähere sich in Frankreich der Schwelle, ab der die Schweiz von einreisenden Personen eine zehntägige Quarantäne verlangen könnte, schreibt die Zeitung Tribune de Genève. Eine solche Maßnahme sei „möglich”, wird ein Schweizer Offizieller zitiert. Davon wären mehr als 100.000 Berufspendler betroffen, die täglich die Grenze überqueren. Zurzeit muss in der Schweiz bereits in Quarantäne, wer aus Belgien, Spanien oder Amerika einreist.

          In Frankreich sind am Montag weitere 1955 Corona-Tests positiv ausgefallen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weitere 15 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf 30.528. Das ist das siebthöchste Niveau weltweit.

          Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran zeigte sich angesichts der Gesamtlage in Frankreich besorgt und sprach in einem Interview mit der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ von Risiken. In Frankreich gehen demnächst die Sommerferien zu Ende, vor Schulbeginn am 1. September steht die Reiserückkehrwelle an. Anders als im Frühjahr sind derzeit sehr viele jüngere Leute mit dem Coronavirus infiziert, die in der Regel weniger Symptome zeigen.

          Bislang gelten in Frankreich verschärfte Maßnahmen: In vielen Städten des Landes – darunter auch Paris – gilt an einigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel Maskenpflicht. In Toulouse muss im gesamten Stadtgebiet im Freien eine Maske getragen werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften ist die Maske landesweit Pflicht. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm oder den Louvre in Paris sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Eintrittskarten müssen meistens vorab online reservieren oder kaufen.

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