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„Frankfurt gegen Corona“ : Helden der Nachbarschaft

Einkäuferinnen: Franca Burger (links) und Emily Layer versorgen Senioren und Quarantänepatienten. Bild: Francois Klein

Ehrenamtler unterstützen in der Corona-Krise Hilfsbedürftige in Rhein-Main auf viele Arten. Nur eine Sorte von Aufträgen lehnen sie ab.

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          Es ist ein sonniger Nachmittag, als Emily Layer und Franca Burger ihre Fahrräder am Supermarkt abstellen. Doch dieser Einkauf ist anders. Es ist ihr erster Botengang für eine Frau in häuslicher Quarantäne. Beim Hineingehen nimmt sich Franca Burger einen Korb und beginnt, Obst und Gemüse zusammenzusuchen. „Wir achten darauf, nach Möglichkeit abgepackte Lebensmittel zu kaufen, um die Person so gut es geht zu schützen“, sagt Layer und greift nach einer Packung Paprika in Plastikfolie. In dieser Situation sei Gesundheitsschutz wichtiger als Nachhaltigkeit.

          Die beiden Medizinstudentinnen haben am 12. März zusammen mit einer Kommilitonin die Nachbarschaftsinitiative „Frankfurt gegen Corona“ gegründet. Damit wollen sie Menschen, die zu Risikogruppen gehören und die sich deswegen in häusliche Quarantäne begeben haben, beim Einkaufen und anderen alltäglichen Erledigungen unterstützen. „Ich halte es fast für selbstverständlich, anderen zu helfen. Sowohl aus einem medizinischen als auch aus einem nachbarschaftlichen Aspekt. Wir haben die Kapazitäten und wollen einfach unserer Pflicht nachgehen, uns solidarisch zu verhalten“, sagt Layer. Seit vergangenem Dienstag hängen in vielen Hauseingängen, Arztpraxen, Bahnhöfen und Einkaufsmärkten Poster, die auf das Hilfsangebot aufmerksam machen sollen.

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