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Grenzschließungen wegen Corona : Wo welche Einschränkungen gelten

Grenzkontrollen am italienisch-österreichischen Grenzübergang am Brenner Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten verhängen einen Einreisestopp für Menschen aus dem Schengen-Raum, auch Tschechien und die Slowakei schließen ihre Grenzen teilweise. Und auch in anderen Ländern müssen Reisende mit Einschränkungen rechnen.

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          Vereinigte Staaten: Am Mittwoch teilte der amerikanische Präsident Donald Trump mit, dass man „alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen“ werde. Ab 23.59 Uhr (4.59 Uhr MEZ am Samstag) werden keine Personen aus den 26 Staaten des Schengen-Abkommens mehr in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen. Das Heimatschutzministerium stellte später klar, dass es für all jene Ausländer gelte, die in den 14 Tagen vor ihrer geplanten Einreise in die Vereinigten Staaten in einem der 26 Schengen-Staaten waren. Neben Großbritannien gehört etwa auch Irland nicht dazu.

          Simon Hüsgen
          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          China: Das Ursprungsland von Covid-19 reagierte zu Beginn zögerlich auf die Ausbreitung des Virus, ergriff dann jedoch drastische Maßnahmen und stellte in der schwer betroffenen Provinz Hubei 60 Millionen Menschen faktisch unter Zwangsquarantäne gestellt. Zwar bestehen zur Zeit keine einheitlichen Maßnahmen in China, da die Entscheidungen darüber auf unterschiedlichen Ebenen getroffen werden, dem Auswärtigen Amt zufolge müssen China-Reisende allerdings mit der Verhängung einer 14-tägigen Quarantäne rechnen. In Peking gilt seit Mittwoch für Einreisende – auch aus Deutschland – eine zweiwöchige Quarantänepflicht.

          Deutschland: Noch ist der Reiseverkehr von und nach Deutschland zwar nicht eingeschränkt, Reisende müssen sich allerdings auf verstärkte Kontrollen und Gesundheitsprüfungen einstellen. Hier stehe vor allem Kreuzfahrten im Fokus. Darüber hinaus müssen Reisende aus China, Japan, Südkorea, Iran und Italien eine sogenannte Aussteigekarte ausfüllen. Damit sollen Kontaktpersonen einfacher identifiziert werden können, sollte sich ein Mitreisender später als Träger des Virus herausstellen.

          Italien: In Europa ist besonders Italien von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen, in dem Land gilt aufgrund des Krankheitswelle eine Notfallverordnung. Seit dem 10. März ist in ganz Italien die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, nicht notwendige Fortbewegungen sollen vermieden werden. Zwar sind Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe weiterhin in Betrieb, Direktflüge von und nach China wurden aber ebenso eingestellt wie vorübergehend Zugverbindungen nach Österreich. Zudem werden in Regionen mit festgestellten Infektionsfällen Gesundheitskontrollen durchgeführt.

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          Österreich: Das Nachbarland des stark betroffenen Italiens reagiert auf die Ausbreitung mit verstärkten Einreisekontrollen und Gesundheitsprüfungen. Einreisen aus Italien gestattet Österreich nur noch, wenn ein ärztliches Attest vorgelegt werden kann. Zudem kontrolliert Österreich seit Dienstag bei allen Fahrern, die italienische Waren transportieren, die Temperatur. Am Brenner führten die Grenzkontrollen mitunter zu langen Staus und Kritik seitens des italienischen Arbeitgeberverbands. Durchreisen aus Italien sind zwar noch möglich, allerdings nur, wenn in Österreich keine Zwischenstopps eingelegt werden.

          Frankreich: Wie Deutschland hat Frankreich den Reiseverkehr noch nicht eingeschränkt, führt jedoch verstärkt Einreisekontrollen und Gesundheitsprüfungen durch, die im Einzelfall auch Einreisesperren zufolge haben können. Zudem werden immer mehr Schul- und Klassenreisen durch die französischen Schulbehörden abgesagt.

          Spanien: Auch in Spanien ist der Reiseverkehr bisher nicht beschränkt. In dem Land gilt allerdings ein Notfallplan, der Gesundheitsprüfungen und unter Umständen Quarantäne vorsieht. Dem Auswärtigen Amt zufolge sind insbesondere in besonders betroffenen Autonomen Gemeinschaften wie beispielsweise Madrid weitreichendere Maßnahmen möglich. Zudem empfiehlt das spanische Gesundheitsministerium, Bewegungen im Land auf ein notwendiges Maß zu beschränken.

          Tschechien: Auch Tschechien verfügte mittlerweile ein Einreiseverbot für Menschen aus bestimmten Ländern. Wie Regierungschef Andrej Babis mitteilte, dürfen Personen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und 14 weiteren Ländern nicht nach Tschechien einreisen. Umgekehrt dürfen tschechische Staatsbürger nicht in diese Länder reisen. Das staatliche Bahnunternehmen stellt ab der Nacht zu Samstag den Verkehr von und nach Deutschland ein, wie der Konzern am Donnerstagabend mitteilte. Auch die Züge und Busse des Privatunternehmens RegioJet werden ab Samstag nicht mehr nach Deutschland, die Niederlande, Frankreich und Österreich fahren. Zudem verhängte Babis für 30 Tage den Ausnahmezustand. Er kündigte auch ein Verbot für Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit mehr als 30 Menschen an. Restaurants werden zwischen 20 Uhr und 6 Uhr geschlossen.

          Slowakei: Noch drastischer Fallen die Maßnahmen der Slowakei aus. Abgesehen von Polen will das Land keine Ausländer mehr einreisen lassen. Zudem sollen alle internationalen Flughäfen, Schulen, kulturelle Einrichtungen und Vergnügungsstätten geschlossen werden, teilte das slowakische Innenministerium mit. Wer aus dem Ausland in die Slowakei zurückkehre, müsse für 14 Tage in Quarantäne.

          Israel: Das Land schreibt deutschen Reisenden nach der Ankunft eine 14-tägige häusliche Quarantäne vor – was einen Urlaub im Prinzip unmöglich macht.

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