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Schutz vor Corona-Infektion : Wie man FFP2-Masken richtig trägt

Schützt deutlich besser, aber nur, wenn sie korrekt getragen wird: die FFP2-Maske Bild: dpa

Eine Studie bescheinigt der FFP2-Maske einen deutlich höheren Schutz als der OP-Maske. Dass sie richtig sitzt, könnte in Zukunft wegen der Omikron-Variante umso wichtiger werden. Doch was gilt es zu beachten?

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          Nach anfänglichen Engpässen sind FFP2-Masken inzwischen für viele zu einem treuen Begleiter in der Pandemie geworden. Umso erfreulicher war deshalb die Nachricht, die jüngst vom Göttinger Max-Planck-Institut veröffentlicht wurde: FFP2-Masken bieten einen 75-mal höheren Schutz als herkömmliche OP-Masken, die Ansteckungsgefahr mit FFP2-Masken liegt bei nur 0,1 Prozent, wenn sich ein Infizierter und ein Gesunder zwanzig Minuten in einem Raum ohne Wahrung der Abstandsregeln aufhalten – sofern die Masken korrekt getragen werden.

          David Lindenfeld
          Volontär.

          Doch genau dort liegt oft das Problem: Viele tragen sie eben nicht richtig und sind deshalb keineswegs besser geschützt. „FFP2-Masken filtern besser als OP-Masken in physikalischen Versuchseinheiten. Das Leben ist anders“, sagt Andreas Podbielski, der bis vor zwei Monaten noch Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene war und inzwischen pensioniert ist. Das Ergebnis ist keine Überraschung. Schließlich sind die FFP2-Masken genau dafür gemacht. Interessant ist etwas anderes: Die Studie zeige, dass der Schutz bei einer FFP2-Maske, die nicht ganz fest am Gesicht ansitzt, ungefähr so hoch ist wie bei einer herkömmlichen, richtig sitzenden OP-Maske, sagt Frauke Mattner, die als Chefärztin am Institut für Hygiene der Kliniken der Stadt Köln arbeitet.

          Welche Wirkung die FFP2-Masken allerdings tatsächlich auf das reale Infektionsgeschehen haben, lasse sich nur schwer beurteilen. Wissenschaftliche Studien, die genau dies untersuchen, gebe es nicht. Podbielski glaubt – wenn überhaupt – an einen geringen Effekt und begründet das mit der Funktionsweise dieser Masken: Sie sollen enger am Gesicht anliegen als OP-Masken und so einen besseren Schutz gewährleisten. Das empfänden viele jedoch als störend, weil der Druck der Maske Schmerz verursache oder das Atmen durch sie schwerer falle. Podbielski warnt davor, dass die Maske in diesem Fall eine gegenteilige Wirkung entfalten könnte: „Wenn die Disziplin schwindet und die Maske viel zu häufig abgesetzt oder unter der Nase getragen wird, weil sie Schmerzen oder Probleme beim Atmen hervorruft, kann das die Maßnahme konterkarieren.“

          Wenn die Brille beschlägt, sitzt die Maske nicht richtig

          Er und Mattner plädieren deshalb dafür, auf eine FFP2-Maskenpflicht, wie sie in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel gilt, zu verzichten. „Die Diskussion um einzelne Masken führt zu weit. Wichtig ist, dass alle eine Maske tragen. Wir sind umso erfolgreicher, je mehr Leute mitmachen“, erklärt Mattner. Podbielski sagt ebenfalls, dass es produktiver sei, wenn sich jeder aussuchen könne, welche Maske er nutzt: „Aber dann muss sie auch diszipliniert getragen werden. So erreicht man die größte Schutzwirkung.“ Auch das Robert-Koch-Institut teilt auf seiner Website mit: „Bei der Anwendung durch Laien (nicht geschultes Personal, Anm. d. Red.) ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen Mund-Nasen-Schutzes nicht zwangsläufig gegeben.“ Auch hier wird angeführt, dass es bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen gebe.

          Oft in Vergessenheit gerät, dass auch die deutlich angenehmer zu tragenden OP-Masken bei festem Sitz einen Eigenschutz bieten. Der Unterschied sei, dass ein Teil der Luft, die eingeatmet wird, an den Rändern vorbei strömt, heißt es auf der Homepage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte: „Vor allem bei der Einatmung kann durch diesen sogenannten ‚Leckstrom‘ ungefilterte Atemluft angesogen werden. Daher bieten medizinische Gesichtsmasken dem Träger in der Regel weniger Schutz gegenüber erregerhaltigen Aerosolen als partikelfiltrierende Halbmasken (FFP2-Masken, Anm. d. Red.).“

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