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Tierheime während der Krise : „Wer kümmert sich um die Tiere?“

  • -Aktualisiert am

Schläft nicht mehr ruhig: Tierheimleiterin Sabine Urbainsky sorgt sich um Pflegetiere und Mitarbeiter. Bild: Wonge Bergmann

Die Corona-Pandemie bringt Tierheime in der Region in Existenznot, den Hunden fehlen die Spaziergänge mit den Ehrenamtlichen. Doch der Hilferuf ans Ministerium bleibt bislang unbeantwortet.

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          Die Corona-Krise trifft die gesamte Gesellschaft hart und macht auch nicht vor Vierbeinern halt. „Um Tiere kümmert sich gerade keine Socke“, sagt Daniela Müller vom Hessischen Tierschutzverband. Zahllose Tierheime in Hessen kämpften um ihre Existenz, berichtet die Verbandssprecherin. Etwa 95 Prozent der Einrichtungen werden von privaten Tierschutzvereinen betrieben, die sich fast ausschließlich aus Spenden finanzieren. Als gemeinnützige Vereine dürfen sie zudem kaum Rücklagen bilden. Angesichts weiterlaufender Kosten und ausbleibender Einnahmen aus Veranstaltungen und Tiervermittlungen geraten sie nun in finanzielle Schieflage.

          Am Internetgerücht, dass in den Heimen derzeit besonders viele Tiere abgegeben würden, ist laut Müller aber – zumindest in Hessen – nicht viel dran. So kursierten auf Facebook mehrere Meldungen mit dem Inhalt, dass Hundehalter vermehrt ihre Tiere abgäben, aus Angst, sich über diese mit Corona zu infizieren. „Das sind Fake News. Ich weiß bislang von keinem einzigen Tierheim, das wegen solchen Ängsten mehr Tiere aufnehmen muss als sonst“, sagt Müller. Die Sorge, sich über sein Haustier anzustecken, sei zudem unbegründet. Die Infektionsgefahr durch Hunde und andere Haustiere gehe gegen null. „Das wurde von mehreren Instituten mittlerweile geklärt“, sagt Müller.

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