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Meiste Infektionen in Europa : EU-Kommission leistet Finanzhilfe im Kampf gegen Coronavirus

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Eine chinesische Touristin trägt beim Besuch des Kolosseums in Rom Mundschutz: In Italien ist der erste Europäer an dem neuartigen Coronavirus gestorben; mittlerweile gibt es vier Todesfälle. Bild: dpa

Die EU unterstützt die Maßnahmen gegen die Virusausbreitung mit 232 Millionen Euro. Derzeit stehen 52.000 Menschen praktisch unter Quarantäne. 165 Infektionen wurden inzwischen in Italien nachgewiesen, die Zahl der Todesfälle stieg auf vier.

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          Die EU-Kommission hat die Schritte Italiens zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus begrüßt. Die italienische Regierung habe schnell gehandelt und „wirksame Strukturen, um in gut abgestimmter Weise auf diesen Ausbruch zu reagieren“, sagte der für Krisenkoordination zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic am Montag in Brüssel. Er kündigte die Freigabe von 232 Millionen Euro an, um den weltweiten Kampf gegen den Virus zu verstärken.

          Mit Blick auf mögliche Grenzkontrollen zur Eindämmung der Krankheit im Schengenraum sagte Lenarcic, dies liege in der Kompetenz und Entscheidung der einzelnen Mitgliedstaaten. Er forderte die Regierungen aber auf, alle Entscheidungen zum Kampf gegen den Virus auf Grundlage „einer glaubwürdigen Risikobewertung“ zu treffen sowie verhältnismäßig und abgestimmt zu handeln. Die Reisefreiheit nach dem Schengen-Abkommen solle nicht eingeschränkt werden.

          Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides stimmte die Regierung in Rom einer Mission von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zu. Diese solle am Dienstag in Italien eintreffen. „Wir müssen diese Situation ernst nehmen“, sagte Kyriakides. Die EU-Bürger sollten aber „nicht in Panik verfallen“ und auf Desinformationen über die Krankheit hereinfallen.

          Italien hatte sich zuletzt zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. 165 Ansteckungsfälle wurden dort inzwischen nachgewiesen, mindestens vier mit dem Virus infizierte Patienten starben. Beim vierten Todesfall handelte es sich um einen 84 Jahre alten Mann, der in der Nacht zum Montag in einem Krankenhaus in der Lombardei gestorben war. Nach Angaben des Präsidenten der Lombardei litt der Mann schon an Vorerkrankungen.

          Die italienischen Behörden hatten am Wochenende drakonische Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen. Elf Städte im Norden wurden abgeriegelt, 52.000 Menschen stehen praktisch unter Quarantäne. Der berühmte Karneval von Venedig wurde vorzeitig abgebrochen.

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