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„Ständig wird man angeschrien“ : So erlebt ein rumänischer Schlachter seine Arbeit

  • -Aktualisiert am

Die Arbeit im Schlachthof ist anstrengend, die Fließbänder laufen schnell: Fleischversorgungszentrum in Mannheim. Bild: ddp Images

Schikane im Schlachthof: Ein rumänischer Werkvertragsarbeiter erzählt von Ausbeutung in der Fleischindustrie, dem Terror der Vorarbeiter und der Angst seiner Kollegen. Seinen Job mag er trotzdem.

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          Jede Nacht stehe ich um halb zwölf auf. Um eins gehe ich zur Arbeit, um zwei stehe ich am Band, dann beginnt meine Schicht. Vor der Pandemie gab es weniger zu tun, manchmal habe ich nur sechs, sieben oder acht Stunden gearbeitet, sechs Tage die Woche, Montag bis Samstag. Seit ganze Schlachtbetriebe geschlossen sind, arbeiten wir regelmäßig neuneinhalb Stunden. Neuerdings werden wir sogar gezwungen, auch sonntags zu arbeiten. Dadurch hat man fast überhaupt keine Zeit mehr mit der Familie.

          Diese Woche sind die Geschäftsführer des Generalunternehmers runter zu uns in die Produktion gekommen und haben neue Regelungen eingeführt. Zwischen den Mitarbeitern am Band muss jetzt ein Abstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Aber bis vor ein paar Tagen haben wir ganz nah beieinander gearbeitet. Dazu kommt, dass das Band nicht mehr so schnell läuft wie sonst. Normalerweise müssen wir mit einer Geschwindigkeit arbeiten, die sehr viel Kraft kostet. Jetzt kann man ganz locker und langsam arbeiten und hat nicht diesen Stress, dass man es nicht schafft, weil das Band einfach zu schnell ist.

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